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26.01.2010

World Economic Outlook: IWF sieht mehr Wirtschaftswachstum

Für die Eurozone wird ein Plus von einem Prozent prognostiziert
Für die Eurozone wird ein Plus von einem Prozent prognostiziert
© ddp
Die Erholung setzt weltweit ein - und der Internationale Währungsfonds korrigiert seine Prognosen: Deutschland wird demnach schneller wachsen als die Euro-Zone, aber langsamer als die USA. Trotzdem warnt er vor Gefahren - und vor einer Leitzinserhöhung.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft deutlich angehoben. Für 2010 erwartet die Organisation ein Plus von 3,9 Prozent. Zuvor war sie von nur 3,1 Prozent ausgegangen. Für Deutschland gehen die IWF-Ökonomen von einem Wachstum von 1,5 gegenüber 0,3 Prozent aus.

Für die Euro-Zone sehen sie das Plus bei 1,0 Prozent gegenüber zuvor 0,3 Prozent. Für die Vereinigten Staaten prognostizieren sie ein Wachstum von 2,7 Prozent. Die ursprüngliche Schätzung hatte 1,5 Prozent betragen.

Trotzdem sieht der IWF große Gefahren. Eine zentrale Herausforderung sei der Zeitpunkt des Ausstiegs aus der Politik des lockeren Geldes und der Konjunkturprogramme. "Ein entscheidendes Risiko besteht darin, dass der Ausstieg zu früh und unabgestimmt erfolgt. Das könnte das globale Wachstum unterminieren", hieß es im IWF-Bericht.

Die Zahlen des Währungsfonds belegen den Aufwärtstrend der Weltwirtschaft, aber auch die Abhängigkeit der Akteure von den Stützungsaktionen der Regierungen und Notenbanken. Nach wie vor wird bezweifelt, dass der Aufschwung selbsttragend ist. Gleichzeitig aber mehren sich die Stimmen, die wegen der lockeren Geld- und Fiskalpolitik vor Exzessen auf den Kapital- und Immobilienmärkten warnen. Gerade in Schwellenländern legen Aktien- und Immobilienpreise rasant zu, was die Angst vor Blasen schürt.

Der IWF hält aber einen frühzeitigen Exit für zu riskant. "Viele Zentralbanken können es sich leisten, die Leitzinsen im Lauf des Jahres auf einem historischen Tief zu belassen", heißt es in dem Bericht. "Die Inflation wird gering, die Arbeitslosenquote hoch bleiben." Auch die Fiskalpolitik müsste expansiv bleiben. "Angesichts der fragilen Erholung, müssen die Regierungen den Aufschwung in der nahen Zukunft stützen."

Nach wie vor seien die Bedingungen an den Finanzmärkten angespannter als vor der Krise. "Die Kreditvergabe der Banken wird wohl verhalten bleiben. Grund dafür sind die Notwendigkeit der Banken, ihr Kapital zu stärken, und die Probleme auf dem Verbriefungsmarkt. Außerdem kann es, gerade im Hinblick auf gewerbliche Immobilienkredite, zu Abschreibungen kommen", schreibt der IWF.

© 2010 ftd.de

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