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30.08.2010

Zukunftsmarkt Biotech: Sanofi-Aventis bietet 18,5 Mrd. Dollar für Genzyme

Die Zentrale von Genzyme in Cambridge
Zoom Die Zentrale von Genzyme in Cambridge
Es wäre die größte Übernahme für Sanofi-Aventis seit sechs Jahren. 69 Dollar je Aktie bieten die Franzosen. Mit Worten ließen sich die Amerikaner nicht überzeugen.

Nach wochenlangen Spekulationen hat der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis ein 18,5 Mrd. Dollar schweres Übernahmeangebot für den US-Biotechkonzern Genzyme auf den Tisch gelegt.

Es sei nicht gelungen, Fusionsgespräche mit der Genzyme-Führung aufzunehmen, teilte Sanofi am Sonntag mit. Daher sei der Konzern nun zu allen Möglichkeiten bereit, um die Übernahme-Pläne umzusetzen.

Allerdings hoffe Sanofi weiter auf konstruktive Gespräche mit Genzyme. Das Angebot über 69 Dollar je Aktie in bar (insgesamt 14,5 Mrd. Euro) sei ein Aufschlag von rund 40 Prozent zum Genzyme-Kurs am 1. Juli und spiegele die Entwicklungsmöglichkeiten des Unternehmens wider.

Zuletzt war aus eingeweihten Kreisen verlautet, dass sich beide Seiten nicht auf einen Eingangspreis für die Aufnahme von Übernahme-Gesprächen einigen konnten. Das "Wall Street Journal" hatte vergangene Woche berichtet, Genzyme peile einen Startpreis für weitere Verhandlungen von 75 Dollar je Aktie an. Aber erst ab einem Preis von 80 Dollar sei das Unternehmen zu einem Verkauf bereit.

Sanofi-Chef Chris Viehbacher sagte, dass er zu diesem Zeitpunkt keine Notwendigkeit für eine Erhöhung der Offerte sehe. Zur Finanzierung der Transaktion stünden die Banken BNP Paribas und JP Morgan bereit.

Biotechkonzerne stehen bei den internationalen Pharmaunternehmen schon seit längerem ganz oben auf der Wunschliste der Übernahmeziele. Denn viele ihrer umsatzstarken Medikamente verlieren in absehbarer Zeit den Patentschutz und oft liefern die Konzernlabors nicht ausreichend Nachschub an neuen Wirkstoffen, um die Ausfälle auszugleichen. Erst unlängst musste Sanofi sein Gewinnziel 2010 senken, nachdem in den USA ein Generikum für den umsatzstarken Blutverdünner Lovenox genehmigt worden war.

Zu den vielversprechenden Mitteln in der Pipeline von Genzyme gehört ein Medikament gegen Multiple Sklerose. Auch hat der Konzern Wirkstoffe weit entwickelt, die zwar nur für einen kleinen Patienten-Kreis infrage kommen, aber weniger von Nachahmermedikamenten gefährdet sind. Nach Einschätzung der Citigroup könnte eine Übernahme von Genzyme zu einem Preis von rund 20 Mrd. Dollar oder 74 bis 77 Dollar je Aktie zustande kommen.

In einer Analyse der Bank heißt es, Sanofi sei voraussichtlich der einzige mögliche Käufer für Genzyme. Entscheidende Genzyme-Großaktionäre dürften sehr an einer Übernahme interessiert sein, da ansonsten der Aktienkurs einbrechen könnte.

Genzyme wollte sich zunächst nicht zu dem Angebot äußern. Genzyme wäre seit dem Kauf von Aventis von vor sechs Jahren die größte Übernahme für Sanofi.

Quelle: ftd.de
© 2010 reuters

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