Arbeitszeiten Arbeitgeber wollen „mehr Beweglichkeit“

Ingo Kramer, Präsident des Arbeitgeberverbands BDA, plädiert für eine wöchentliche Arbeitszeit,

Ingo Kramer, Präsident des Arbeitgeberverbands BDA, plädiert für eine wöchentliche Arbeitszeit,© picture alliance / dpa

Ist der Achtstundentag noch zeitgemäß? Nein, sagt Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer und plädiert in einem Interview erneut für flexiblere Arbeitszeiten. Die Gewerkschaften sind dagegen.

Viele deutsche Arbeitgeber wollen die Arbeitszeiten ihrer Angestellten individueller festlegen können. „Der starre Acht-Stunden-Tag passt nicht mehr ins digitale Zeitalter, wir wollen mehr Beweglichkeit“, sagte der Präsident des Arbeitgeberverbands BDA, Ingo Kramer, der „Rheinischen Post“ (Samstag). „Es kann sein, dass jemand an einem Tag zwölf Stunden arbeitet und am nächsten nur vier Stunden.“ Er wies aber zurück, dass die Firmen damit Mehrarbeit verlangen wollten: „Das stimmt nicht. Wir wollen ja die Wochenarbeitszeit nicht ausweiten.“

Arbeitgeberpräsident Kramer hatte bereits vor einigen Monaten gefordert, das Arbeitszeitgesetz von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit umzustellen, um mehr Spielräume zu schaffen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) lehnt das ab.

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Für eine Lockerung der Arbeitszeitgesetze plädiert auch Daimlers Personalvorstand Wilfried Porth. „Ich will keine Schutzfunktion aufheben“, sagte Porth. „Aber wir müssen die Regeln flexibilisieren und den heutigen Arbeitsgewohnheiten anpassen.“ Es sei in Ordnung zu sagen, man soll nicht länger als zehn Stunden pro Tag arbeiten. „Aber es muss doch nicht im Block sein.“ Die Menschen bräuchten mehr Flexibilität – zum Beispiel für die Kinderbetreuung oder die Pflege Angehöriger. „Es kann aber nicht sein, dass das alles von den Unternehmen aufgefangen werden muss.“

In Deutschland ist per Gesetz geregelt, wann und wie lange Arbeitnehmer höchstens arbeiten dürfen. Im Kern legt es fest, dass höchstens acht Stunden pro Werktag gearbeitet werden darf, in Ausnahmefällen aber auch bis zu zehn Stunden. Das Arbeitszeitgesetz enthält unter anderem auch Vorschriften zu Pausen und Nacht- und Sonntagsarbeit. Außerdem gibt das Gesetz den Tarifparteien das Recht, in einigen Punkten per Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung abweichende Regelungen zu vereinbaren.

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