Artur Fischer Dübel-Erfinder stirbt mit 96 Jahren

Der Unternehmer und Erfinder Artur Fischer mit einem überdimensionalen Fischer Dübel. Das Bild zeigt ihn im Juni 2014 am Firmensitz in Waldachtal.

Der Unternehmer und Erfinder Artur Fischer mit einem überdimensionalen Fischer Dübel. Das Bild zeigt ihn im Juni 2014 am Firmensitz in Waldachtal.© picture alliance / dpa

Der Dübel war sein Markenzeichen - und doch nur eins seiner mehr als 1100 Patente. Erfinder Artur Fischer galt als Patente-König, er tüftelte noch bis ins hohe Alter. Nun ist er mit 96 Jahren gestorben.

Der Patente-König und Dübel-Erfinder Artur Fischer ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 96 Jahren in Waldachtal im Schwarzwald (Baden-Württemberg), wie die Fischerwerke am Freitag mitteilten. Fischer sei nach einem erfüllten Leben „im Kreise seiner Familie friedlich zu Hause eingeschlafen“. Weltweit bekanntgeworden war Fischer mit seinen Kunststoff-Dübeln und dem Baukasten „Fischertechnik“. Mehr als 1100 Patente und Gebrauchsmuster hat er in Deutschland angemeldet, darunter das Blitzlicht für Fotoapparate.

Der mit zahlreichen Ehrungen bedachte Unternehmer und Förderer junger Erfinder wurde am 31. Dezember 1919 in Waldachtal-Tumlingen geboren, dort lebte er auch bis zum Schluss. Nach Realschulabschluss, Schlosserlehre und Krieg ermöglichte ihm die Erfindung des Synchron-Blitzes den Aufbau einer eigenen Firma, die er 1948 in seiner Schwarzwald-Heimat gründete.

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Zehn Jahre später gelang ihm mit dem Dübel der nächste Coup. Fischer schuf auch Stahlanker, Bohrgeräte und zementgebundene Befestigungen. Auch im hohen Alter machte er sich noch Gedanken über neue Entwicklungen. Das Europäische Patentamt zeichnete ihn 2014 mit dem Erfinderpreis in der Kategorie Lebenswerk aus.

Wie Artur Fischer auf seine Erfindungen kam

„Ganz wichtig sind Partner – und Vertrauen“, sagte Fischer einmal in einem Interview über seinen Erfolg. „Ich hatte immer Partner, die mir vertraut haben, die mich mit Ideen und Geld unterstützt haben.“

Und wie kam er auf seine Erfindungen? „Indem man ein Defizit erkennt“, meinte Fischer. „Zweite Voraussetzung ist, dass man sich in ein Thema einlebt, das man nicht kennt.“ So sei es auch bei seiner wohl wichtigsten Erfindung gewesen, dem Dübel.

Sein Familienunternehmen hat heute mehr als 40 Tochtergesellschaften in 32 Ländern, über 4100 Beschäftigte und einen Umsatz von knapp 661 Millionen Euro pro Jahr. Seit 1980 führt Sohn Klaus die Geschäfte. „Artur Fischer widmete sich danach seiner Leidenschaft als Erfinder und entwickelte viele neue Produkte für das Unternehmen“, so die Fischerwerke.

Ehrenbürger von Waldachtal

Fischer wurde am Freitagmorgen im engsten Familienkreis in Waldachtal-Tumlingen beerdigt. „Die Unternehmensgruppe Fischer trauert und gedenkt Prof. Artur Fischer mit Respekt und Dankbarkeit“, heißt es in der Mitteilung der Fischerwerke.

Auch der Ort trauert: „Wir verlieren mit ihm unseren Ehrenbürger und einen echten Unternehmer und Erfinder, der unsere Gemeinde weltweit bekanntgemacht hat“, sagte ein Vertreter des 5700-Einwohner-Ortes Waldachtal am Freitag.

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