• Aus Liebe zum Stahl

    Herr Lukasson, Sie haben eine Firma für Biosocken und gründen nun Steel2B, eine Handelsplattform für Stahl. Eine bunte Mischung.

    Markus Lukasson: Da fehlt noch eine Firma: Zuerst habe ich mich mit einer E-Commerce-Beratung selbstständig gemacht. Danach kam das Sockenunternehmen Minga Berlin und jetzt der B2B-Stahlhandel. Eigentlich war der auch meine ursprüngliche Geschäftsidee.

    Warum sind Sie nicht damit gestartet?

    Lukasson: Der B2B-Stahlhandel ist sehr komplex. Ich dachte, es wäre hilfreich, zuerst ein Unternehmen in einer Branche zu gründen, die nicht so kostenintensiv ist. Wo ich die ersten Schritte und Erfahrungen machen kann.

    Aber warum ausgerechnet Biosocken?

    Lukasson: Es sollte ein Unternehmen sein, das anders als meine Beratungsfirma nicht so sehr von meinem Know-how abhängig ist. Es sollte auch funktionieren, wenn ich einen Tag mal nicht in der Firma bin. Außerdem sind die Produktionskosten bei Socken überschaubar. Und es ist ein Produkt, das ich mag. Mit dem Wissen aus zwei Jahren Unternehmertum wende ich mich jetzt wieder der ursprünglichen Idee zu.

    Ihrer alten Liebe, dem Stahl. Wie sind Sie überhaupt auf diese Branche gekommen?

    Lukasson: Ich habe Metallurgie und Werkstofftechnik studiert. Anschließend habe ich in der Industrie gearbeitet und gemerkt, dass der Stahlhandel sehr altmodisch ist. Aber das ändert sich jetzt: Die alten Einkäufer scheiden aus, neue rücken nach, es gibt Bedarf für B2B-Handelsplattformen. Bei den alten Einkäufern hätte ich damit keine Chance gehabt.

    Warum sind Sie Unternehmer geworden?

    Lukasson: Ich glaube, ich mag diese Freiheit. Ich mag es, unabhängig zu sein, die Ergebnisse meiner Arbeit zu sehen und direktes Feedback zu bekommen, egal, ob ich Fehler oder gute Sachen gemacht habe.

    Was sagt Ihre Familie?

    Lukasson: Meine Schwester freut sich. Die ist zwei Jahre älter und hat auch Metallurgie studiert. Sie hat mich damals von dem Fach überzeugt.

    Womit?

    Lukasson: (lacht) Sie hat mir das Studentenwohnheim in Aachen gezeigt. Das war das schönste von allen. Da dachte ich mir: Fang hier erst mal an zu studieren, aufhören kannst du immer noch.

    Aus dem Magazin
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