Unternehmen Unternehmerfamilie von Nathusius übernimmt Fahrradbauer Mifa

Mifa_dpa_52346331_620

© dpa

Ein Autozulieferer aus Sachsen-Anhalt bestimmt künftig die Geschicke des absatzstärksten, aber derzeit insolventen deutschen Fahrradherstellers. Gelingt Mifa der Neustart?

Die Unternehmerfamilie von Nathusius hat den insolventen Fahrradhersteller Mifa aus Sangerhausen gekauft. Der Investor übernehme den gesamten Geschäftsbetrieb und alle 600 Mitarbeiter, teilte Insolvenzverwalter Lucas Flöther am Freitag mit. Der Vertrag sei in der vergangenen Nacht unterzeichnet worden.

Die Gläubigerversammlung habe dem Verkauf des Fahrradbauers aus Sachsen-Anhalt bereits zugestimmt, die noch ausstehende Genehmigung der Kartellbehörde sei beantragt, hieß es. Über den Kaufpreis habe man Stillschweigen vereinbart. Der Betriebsübergang sei für Mitte Januar geplant.

Anzeige

Mit der Familie von Nathusius aus Haldensleben sei ein idealer strategischer Partner gefunden worden, sagte Flöther. Die von ihr gehaltenen Unternehmen ergänzten sich in ihrer Ausrichtung auf die Zukunftsgeschäftsfelder der Mobilität.

Heinrich von Nathusius hatte 1992 von der Treuhandanstalt das IFA-Gelenkwellenwerk in Haldensleben übernommen und zu einem bedeutenden Autozulieferer ausgebaut. Die IFA-Gruppe mit Standorten in Deutschland, China und den USA hat heute insgesamt 2200 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz lag 2013 bei 407 Millionen Euro. Von Nathusius und seine drei Kinder sind Gesellschafter der IFA-Gruppe.

Mifa bekommt neuen Millionenkredit

Mifa bekommt für die Sanierung außerdem frisches Geld von der Bank: Die Landesregierung hatte am Mittwoch eine Bürgschaft übernommen, damit die landeseigene Investitionsbank einen Kredit von mehr als zehn Millionen Euro für die Sanierung der Mifa geben kann. „Wir haben großes Vertrauen in die neuen Investoren, die über herausragende unternehmerische Kompetenz verfügen und viel Kapital in die Hand genommen haben“, sagte Landes-Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU).

Mifa hatte Ende September Insolvenz angemeldet, nachdem der geplante Einstieg indischer Investoren geplatzt war. Zuvor hatte das Unternehmen Fehler in der Bilanz entdeckt, wodurch rund 30 Millionen Euro fehlten. Der Umsatz lag zuletzt bei mehr als 100 Millionen Euro im Jahr. Als Umsatztreiber gilt der Boom bei Elektrofahrrädern.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.