Unternehmen Baumarktriese Kingfisher steigt bei Hornbach aus

Nach rund 13 Jahren steigt der britische Baumarktriese Kingfisher bei der deutschen Kette Hornbach aus. Grund für die Trennung: Die Briten wollen künftig auf dem Markt mit eigenen Filialen aktiv werden. Die Unternehmerfamilie Hornbach kauft indes Stammaktien zurück.

Europas größter Baumarktbetreiber Kingfisher trennt sich komplett von seinem Anteil an der deutschen Kette Hornbach. Die Briten verkaufen ihren 21,2 Prozent-Anteil für 195 Millionen Pfund (232 Mio Euro). Die Unternehmerfamilie Hornbach übernimmt 25 Prozent der nicht börsennotierten Stammaktien, wie die Hornbach-Familien-Treuhandgesellschaft am Dienstag im pfälzischen Annweiler mitteilte.

Zwei weitere Aktienpakete hatte Kingfisher über Nacht an der Börse platziert. 17,4 Prozent der börsennotierten Vorzugsaktien sowie 5,2 Prozent der Anteile an den börsennotierten Stammaktien an der Hornbach AG gingen an institutionelle Investoren.

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Kingfisher und Hornbach waren seit 2001 verbunden. Hintergrund des Ausstiegs ist nun unter anderem, dass Kingfisher im Sommer dieses Jahres selbst mit vier Testmärkten in den deutschen Markt einsteigen will. Geplant ist die Eröffnung von Märkten namens „Screwfix“, die sich an professionelle Kunden richten und auf eher kleine Flächen setzen. Bereits im September 2013 hatte Kingfisher seine Vertreter aus dem Aufsichtsrat von Hornbach abgezogen. Zudem macht Kingfisher Hornbach seit der Übernahme von Filialen der französischen Kette Bricostore im Mai 2013 in Rumänien Konkurrenz.

Familie sichert sich Gestaltungshoheit

„Jetzt gibt es klare Verhältnisse ohne Interessenskonflikte“, sagte  der Geschäftsführer der Hornbach-Familien-Treuhandgesellschaft, Albrecht Hornbach. Mit dem Rückkauf der nicht börsennotierten Stammaktien sichere sich die Familie die Gestaltungshoheit über die zukünftige Verwendung des stimmberechtigten Aktienpakets von Kingfisher. Damit solle Hornbach unabhängig bleiben.

Der Baumarktkonzern Hornbach hat nach eigenen Angaben 141 Filialen, davon 92 in Deutschland und machte im Geschäftsjahr 2013/2014 (28. Februar 2014) einen Umsatz von 3,37 Milliarden Euro. Ende November hatte die Gruppe rund 15 700 Beschäftigte. Kingfisher wiederum betreibt mehr als 1000 Baumärkte in Europa und Asien.

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