Unternehmen Bewertungsportal für Arbeitgeber: Glassdoor startet in Deutschland

Seit heute ist das us-Karriereportal glassdoor auch auf deutsch online.

Seit heute ist das us-Karriereportal glassdoor auch auf deutsch online.© impulse

Cholerische Chefs? Schlechte Bezahlung? Seit dieser Woche ist die US-Karrierewebseite Glassdoor, auf der Arbeitgeber bewertet werden können, auch in Deutschland online. Sonja Perry, hiesige Produktchefin, erklärt im impulse-Interview, was die Amerikaner tun, um Arbeitgeber vor Verleumdungen zu schützen.

Frau Perry, zum Start von Glassroom sind Berichte über 6500 Unternehmen mit Sitz oder einer Niederlassung in Deutschland ins Deutsche übersetzt worden. Auf der Jobbewertungsplattform Kununu, die zum Karrierenetzwerk Xing gehört, sind mehr als doppelt so viele Firmen vertreten. Wie wollen Sie an diesem etablierten Konkurrenten vorbeiziehen?

Sonja Perry: Glassdoor ist ein globales Portal mit weltweit 27 Millionen Mitgliedern. Damit haben wir die größte Reichweite, weltweit tätige Unternehmen stehen bei uns auch im Mittelpunkt. Wir haben 2013 eine Finanzierung über 50 Millionen Dollar bekommen, um international zu expandieren. In die neuen Märkte gehen wir direkt mit einer App, für Apple und Android. Eine notwendige Strategie: Denn fast 50 Prozent des Traffics kommt heute über Smartphones.

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Xing ist doch auch längst mit einer App am Start?

Bei uns können sich Arbeitgeber ein kostenloses Konto anlegen. Sie können auch zu Bewertungen direkt Stellung beziehen. Außerdem sind die Beiträge auf Glassdoor sehr detailreich. Wir motivieren unsere Nutzer durch Nachfragen, ausführlich Stellung zu beziehen, es gibt eine Mindestanzahl von Wörtern.

Wie verhindern Sie, dass Arbeitnehmer einfach nur Dampf ablassen?

Jeder Nutzer, der eine Bewertung abgibt, muss sich zu Vor- und Nachteilen des Arbeitgebers äußern. Außerdem gibt es einen Moderationsprozess, automatisiert und manuell. Der Algorithmus verhindert zum Beispiel, dass Schimpfwörter genutzt werden. Außerdem sorgt er dafür, dass Personen nicht namentlich genannt werden können. Es können auch keine Portraitfotos von einzelnen Mitarbeitern gepostet werden.

Die Nutzer bleiben anonym. Wie verhindern Sie, dass Unternehmer zum Beispiel Studenten beauftragen, positive Bewertungen zu schreiben, oder die Konkurrenz schlecht aussehen zu lassen?

Das lehnen wir natürlich strikt ab. Wir haben ein deutschsprachiges Moderationsteam, das Auffälligkeiten nachgehen kann. Es sorgt auch dafür, dass nur Arbeitgeberrepräsentanten zugelassen werden, die die Befugnis haben, für ein Unternehmen zu sprechen.

Seiten wie Glassdoor können den Ruf eines Unternehmens schnell ruinieren. Was raten Sie Arbeitgebern, wie Sie mit solchen Portalen umgehen sollten?

Wir regen an, die Seite als Austauschportal zu nutzen, um zu erfahren, was im Unternehmen gut läuft und was verbessert werden kann. Die Transparenz ist doch für beide Seiten nützlich. Die Unternehmen wollen Mitarbeiter finden, die zu ihnen passen, und dann Spaß am Job haben. Weder die Firma noch die Mitarbeiter sollen hinter den Erwartungen des anderen zurückbleiben.

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