Apple Campus 2 Apples neues Raumschiff fliegt mit bayerischer Technologie

Im kalifornischen Cupertino entsteht Apples neues Hauptquartier - ein gigantisches Gebäude in Form eines riesigen Ufos. Beim Bau des Apple Campus 2 spielen zwei bayerische Firmen eine entscheidende Rolle.

Die Umrisse sind schon vom Weltraum aus zu erkennen, aus dem All sieht Apples gigantisches neues Hauptquartier aus wie ein überdimensionales Raumschiff – doch an Bord ist nicht etwa außerirdische Technologie, sondern bayerische Ingenieurskunst.

In diesen Wochen montieren Arbeiter auf der Apple-Baustelle in Cupertino, einer kalifornischen Kleinstadt mit 58.000 Einwohnern, Fassaden und mehr als 800 riesige Glasscheiben, die rund 10.000 Kilometer Luftlinie entfernt in zwei Unternehmen in Bayern entstanden sind.

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Natürlich temperiert – mit Technologie aus Gundelfingen

Die Fassaden stammen von der Josef Gartner GmbH im Gundelfingen bei Ulm. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 1300 Mitarbeiter, gehört seit 2001 zum italienischen Permasteelisa-Konzern und war in der Lage, die Vorgaben von Apple-Mitbegründer Steve Jobs und des britischen Stararchitekten Sir Norman Foster zu erfüllen.

Sie wollten keine herkömmlichen Klimaanlagen, vielmehr sollte die Fassade es ermöglichen, das Gebäude auf fast natürliche Weise zu temperieren. „Wir wussten, dass wir etwas bauen wollen, das so noch nie dagewesen ist“, sagte Gartner-Geschäftsführer Klaus Lother der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Wir mussten uns selbst hinterfragen und sind dabei weitergekommen.“

872 Fassadenscheiben vom Glasspezialisten Sedak mit 150 Mitarbeitern

In den Fassaden werden insgesamt 872 Fassadenscheiben verbaut, gefertigt vom Glasspezialisten Sedak aus Gersthofen bei Augsburg mit 150 Mitarbeitern. Sedak gehört zur Seele-Unternehmensgruppe und baut schon seit Jahren Glasscheiben für etliche Apple Stores in aller Welt.

Für den „AC2“, wie der neue Campus im Apple-Jargon heißt, musste Sedak ein neues Verfahren entwickeln, um gebogene Scheiben mit den Rekord-Abmaßen von drei mal fünfzehn Metern in einem gasdicht verschließbaren Druckbehälter bei 130 Grad zu backen und mit Unterdruck zu krümmen.

Das neue Gebäude bietet künftig eine Fläche von 260.000 Quadratmetern, Arbeitsplätze für bis zu 13.000 Beschäftigte und soll 2017 eröffnet werden, rund zwei Jahre nach dem ursprünglich ins Auge gefassten Eröffnungstermin. Zu den Gesamtkosten äußert Apple sich nicht. Experten gehen davon aus, dass die Baukosten deutlich über einem Betrag von drei Milliarden Dollar liegen.

Bilder vom neuen Apple Campus 2 zeigen wir Ihnen oben in unserer Bildergalerie.

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