Wirtschaftswachstum 2016 Industrie blickt zuversichtlich ins nächste Jahr

BDI-Präsident Ulrich Grillo

BDI-Präsident Ulrich Grillo© picture alliance / dpa

BDI-Präsident Grillo ist optimistischer als viele Ökonomen. Sein Verband erwartet 2016 ein Wirtschaftswachstum von rund zwei Prozent. Das sei aber kein Selbstläufer, mahnt er.

Die deutsche Industrie rechnet trotz anhaltender Risiken auch im Jahr 2016 mit einem stabilen Wirtschaftswachstum in Deutschland. Es sei erneut ein Anstieg der Wirtschaftsleistung von „knapp zwei Prozent“ zu erwarten, sagte BDI-Präsident Ulrich Grillo. Damit bleibt der Industrieverband optimistischer als viele Ökonomen.

„Die Unsicherheiten sind jedoch groß“, räumte Grillo ein. Probleme bereiten könnten die Integration von Flüchtlingen in Deutschland und in anderen EU-Staaten sowie die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten. „Wie sich die Flüchtlinge auf die gesamtwirtschaftliche Leistung auswirken werden, können wir derzeit noch nicht gut beziffern“, sagte Grillo. Es seien aber auch positive Konjunktureffekte zu erwarten durch zusätzliche Konsumausgaben.

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„Die wirtschaftliche Lage in Deutschland bleibt geprägt durch eine sehr erfreuliche Entwicklung der Beschäftigung und des privaten Verbrauchs“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) weiter. „Die realen Einkommen der Haushalte werden auch im nächsten Jahr kräftig wachsen. Die gute Arbeitsmarktentwicklung dürfte sich fortsetzen.“

Welche Risiken der BDI sieht

Die staatlichen Ausgaben werden aus Sicht Grillos leicht zulegen, um die Flüchtlinge zu versorgen. Zudem stockten Bund und Kommunen Investitionen auf. Die privaten Ausgaben dürften ebenfalls anziehen. Die deutsche Konjunktur bleibe stark vom Verbrauch getrieben. Von der Güter-Produktion oder von Innovationen erwartet Grillo dagegen keine starken Impulse. Die deutschen Exporte und Importe dürften jedoch kräftig wachsen. Die günstigen Rahmenbedingungen wie der niedrige Eurokurs, preiswertes Öl und niedrige Zinsen setzten sich fort.

Erhebliche Risiken birgt aus Sicht des BDI aber die geringere Wachstumsdynamik in wichtigen Schwellenländern. Von Brasilien gingen 2016 keine Impulse für die Weltwirtschaft aus, von China geringere als 2015. Trotz niedrigerer Wachstumsraten bleibe China ein wichtiger Markt. „Wenn die Marktöffnung und der Umbau zu einem qualitativen Wachstum gelingen, dann bietet China weiter enorme Chancen für die deutsche Wirtschaft“, sagte Grillo.

„In Russland müssen wir uns 2016 mit einem schrumpfenden Markt abfinden“, sagte der BDI-Chef. Mit Blick auf die von der EU verlängerten Sanktionen gegen Moskau wegen des Ukraine-Konflikts sprach sich Grillo dafür aus, den Dialog trotzdem aufrecht zu halten. Die Sanktionen könnten aber nur aufgehoben werden, wenn die Bedingungen dafür erfüllt seien.

Was Grillo von der Politik fordert

Grillo warnte, angesichts der vielen Krisen dürfe es die Politik nicht versäumen, die deutsche Wirtschaft für die Zukunft fit zu machen. „Da muss mehr passieren als bisher.“

Der BDI-Präsident forderte einen stärkeren Ausbau und Erhalt der öffentlichen Infrastruktur. „Zweitens müssen wir unsere Hausaufgaben in der deutschen und europäischen Energiepolitik erledigen.“ Schließlich müsse die Innovationskraft gestärkt werden: „Spätestens im nächsten Koalitionsvertrag brauchen wir ein Maßnahmenpaket, das bei A wie Ausbildung beginnt und bei Z wie Zukunftsinvestitionen endet.“

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