Zoff um Model X Warum Tesla einen deutschen Mittelständler verklagt

Auffälligste Eigenschaft des Tesla Model X: die beiden nach oben aufschwingenden Falcon-Wing-Türen, die den Weg in die zweite und dritte Sitzreihe elegant frei geben.

Auffälligste Eigenschaft des Tesla Model X: die beiden nach oben aufschwingenden Falcon-Wing-Türen, die den Weg in die zweite und dritte Sitzreihe elegant frei geben. © press-inform

Der deutsche Autoteile-Zulieferer Hoerbiger hat Ärger mit Elektroauto-Pionier Tesla: Es geht um das Markenzeichen des Elektro-SUVs Model X.

Die nach oben aufschwingenden „Falcon Wings“ sind das charakteristische Markenzeichen von Teslas Elektro-SUV Model X: Sie ermöglichen Parken in engsten Parklücken und öffnen und schließen sich selbstständig und geräuschlos, sobald sich der Fahrer dem Auto nähert oder er aussteigen will. Nun stehen die Flügeltüren im Mittelpunkt eines Rechtsstreits zwischen dem amerikanischen Elektroautobauer und einem deutschen Mittelständler.

Wie das Wall Street Journal berichtet, hat Tesla vor einem kalifornischen Gericht Klage gegen den Autoteile-Zulieferer Hoerbiger Automotive Komfortsysteme aus dem oberbayerischen Schongau eingereicht. Der Hydraulikspezialist hätte zwischen Februar 2014 und Mai 2015 keinen Prototypen für die Flügeltüren entwickeln können, der Teslas Qualitätsanforderungen erfüllte, heißt es in der Klage: Die Türen hätten Öl verloren, sich gesenkt und sich so stark aufgeheizt, dass sie nicht mehr funktionierten.

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Nach Angaben von Tesla sei es daher zu Verzögerungen in der Produktion des 80.000-Euro-Autos gekommen. Der Start hatte eigentlich bereits Ende 2013 erfolgen sollen, wurde jedoch mehrere Male verschoben.

Tesla fordert Schadensersatz

Für die geleistete Arbeit hatte Tesla 3 Millionen Dollar an Hoerbiger überwiesen, die Zusammenarbeit im Mai 2015 jedoch aufgekündigt und sich einen anderen Zulieferer gesucht. Hoerbiger fordert jedoch, dass das Unternehmen des schillernden Entrepreneurs Elon Musk die Verträge erfüllt.

Tesla weigert sich und fordert vielmehr Schadensersatz von Hoerbiger. Man habe das gesamte Fahrzeug überarbeiten müssen, um andere Türen einbauen zu können. Außerdem habe Tesla einem anderen Zulieferer einen Bonus zahlen müssen, um schnell eine Lösung zu bekommen. Dadurch sei ein Schaden in Millionenhöhe entstanden.

Hoerbiger wollte sich laut Wall Street Journal zu den Vorwürfen zunächst nicht äußern. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben 7004 Mitarbeiter und erzielte 2014 einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro.

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