Unternehmen Mindestlohn: Diese Konsequenzen ziehen Unternehmer

Aktenstapel im Büro: Der Mindestlohn führt zu mehr Demokratie, klagen 70 Prozent der Befragten

Aktenstapel im Büro: Der Mindestlohn führt zu mehr Demokratie, klagen 70 Prozent der Befragten© Cachaco - Fotolia.com

Mittelständler ziehen Konsequenzen aus den gestiegenen Lohnkosten durch den Mindestlohn. Das Hauptärgernis bleibt aber die Bürokratie, wie eine Umfrage des Verbandes "Die Familienunternehmer" zeigt.

Die Arbeitszeiten der Mitarbeiter penibel dokumentieren, Vereinbarungen zur Haftungsfreistellung an Subunternehmer verschicken und jede Menge Unterlagen abheften: Der Anfang 2015 eingeführte Mindestlohn bringt für deutsche Unternehmen viel Papierkram mit sich.

In einer Umfrage unter rund 600 Mitgliedern des Verbandes „Die Familienunternehmer“ klagten 70 Prozent der Befragten, der Mindestlohn habe in ihrem Unternehmen zu mehr Bürokratie geführt. 86 Prozent der Betroffenen nannten hierbei die Dokumentationspflicht der Arbeitszeiten, 66 Prozent die Unternehmerhaftung bei Zulieferern und Subunternehmern.

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Mehr Lohnkosten – so reagierten die Unternehmer

Der Umfrage zufolge hat der Mindestlohn für 27 Prozent der befragten Unternehmen zu höheren Lohnkosten geführt. Die betroffenen Unternehmer zogen Konsequenzen: 34 Prozent erhöhten die Preise, ebenfalls 34 Prozent setzen nun verstärkt auf Automatisierung.

Zu einem noch drastischeren Schritt sahen sich 31 Prozent der Betroffenen gezwungen: Sie bauten Personal ab, um die Lohnkosten zu reduzieren. Jedes vierte Unternehmen hat aufgrund des Mindestlohngesetzes Stellen für Praktikanten gestrichen.

„Nicht zu Ende gedacht“

„Die Unternehmen müssen nun ausbaden, dass das Gesetz nicht bis zu Ende gedacht wurde“, sagt Lutz Goebel, Präsident des Verbands „Die Familienunternehmer“. Er forderte die Politik auf, das Gesetz zu überarbeiten: „Wichtig ist, dass das Mindestlohngesetz noch in diesem Jahr einer Evaluation unterzogen wird, um die bürokratischen Auswüchse des Gesetzes auf ein erträgliches Maß zurückzustutzen.“

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