Unternehmen Kartellamt verhängt Millionenbußen gegen Betonpflaster-Hersteller

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes© dpa

Das Bundeskartellamt greift durch. Wegen verbotener Preisabsprachen bei Betonpflastersteinen verhängten die Wettbewerbshüter Bußgelder in Millionenhöhe gegen 14 Hersteller. Sie sollen über Jahre hinweg Preiserhöhungen untereinander abgestimmt haben.

Wegen unerlaubter Preisabsprachen hat das Bundeskartellamt Bußgelder in Millionenhöhe gegen 14 Hersteller von Betonpflastersteinen aus NRW und den angrenzenden Bundesländern verhängt. Die Wettbewerbshütter bezifferten die Bußgelder auf insgesamt 6,2 Millionen Euro. Ermittelt wurde auch gegen 17 Verantwortliche, wie die Behörde am Donnerstag in Bonn mitteilte.

Als Teilnehmer von regelmäßig stattfindenden „Unternehmertreffen“ hätten die Firmen über Jahre hinweg konkrete Größenordnungen von Preiserhöhungen untereinander vereinbart, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Unter den Teilnehmern der Treffen habe auch ein Grundverständnis darüber geherrscht, dass man sich gegenseitig keinen aggressiven Preiswettbewerb liefern wolle. Die Bußgelder sind teilweise noch nicht rechtskräftig.

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Auf die Spur des Kartells waren die Wettbewerbshüter gekommen, weil eines der Firmen im Frühjahr 2010 die Kronzeugenregelung in Anpruch genommen hatte. Gegen sechs weitere Hersteller hatte die Behörde bereits 2012 Bußgelder in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro verhängt.

Rekordsumme bei den Bußgeldern

Die Strafen zeigen, wie ernst es dem Bundeskartellamt im Kampf gegen verbotene Preisabsprachen ist. Damit stieg die Summe der von der Wettbewerbsbehörde allein in diesem Jahr verhängten Bußgelder auf rund eine Milliarde Euro. Das ist ein neuer Rekord. Bislang galt das Jahr 2003 mit einer Strafe von rund 660 Millionen Euro gegen Firmen aus der Zementindustrie als Rekordjahr.

Auch andere Branchen bekamen in diesem Jahr bereits den Zorn der Wettbewerbshüter zu spüren. In der ersten Jahreshälfte hatte das Kartellamt unter anderem gegen elf Brauereien sowie gegen die drei größten deutschen Zuckerhersteller Geldbußen von insgesamt mehr als 500 Millionen Euro verhängt.

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