Unternehmen Chinesen übernehmen Fernsehgeschäft von Traditionshersteller Metz

Eine Mitarbeiterin des fränkischen TV-Geräteherstellers Metz in der Produktion des Unternehmens in Zirndorf, hier ein Bild aus dem Jahr 2008. Künftig gehört das Fernsehgeschäft Chinesen.

Eine Mitarbeiterin des fränkischen TV-Geräteherstellers Metz in der Produktion des Unternehmens in Zirndorf, hier ein Bild aus dem Jahr 2008. Künftig gehört das Fernsehgeschäft Chinesen.© dpa

Metz hat lange durchgehalten, länger als die meisten namhaften deutschen Fernsehhersteller. Fünf Monate nach der Insolvenz wird das Fernsehgeschäft des Traditionsunternehmens nun an einen chinesischen Konzern verkauft.

Der insolvente TV- und Blitzgeräte-Hersteller Metz wird zerschlagen. Die auf Premiumprodukte ausgerichtete TV-Sparte wird vom chinesischen Elektronik-Konzern Skyworth übernommen, wie Insolvenzverwalter Joachim Exner am Dienstag mitteilte. Die Asiaten wollen 152 der verbliebenen 219 Mitarbeiter übernehmen. Skyworth ist Marktführer bei TV-Geräten in China und beschäftigt weltweit rund 37.000 Mitarbeiter.

Nach Angaben des Insolvenzverwalters will Skyworth am Produktions- und Entwicklungsstandort Zirndorf festhalten und die Marke Metz stärken und ausbauen. Das Traditionsunternehmen produziert auch fast 80 Jahre nach der Gründung noch immer in Deutschland. Der Firmenstandort in Franken soll zugleich für die Expansion der Asiaten in Europa und für den Vertrieb der eigenen Produkte der Marke Skyworth genutzt werden.

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Die Blitz- und Kunststoffsparte von Metz geht an die Daum-Gruppe, die 146 von 174 Beschäftigten übernehmen wird. Die Gruppe mit derzeit 100 Mitarbeitern ist einer der größten Hersteller von Fahrrad-Elektroantrieben in Deutschland. Über den Kaufpreis für die beiden Metz-Sparten wurde Stillschweigen vereinbart.

Insolvenzverwalter sieht langfristige Perspektive für Metz

Metz hatte in den vergangenen Jahren mehrfach rote Zahlen geschrieben. 2013 brach der Umsatz um ein Viertel ein, im November 2014 musste Metz Insolvenz anmelden. Der Konkurrenzdruck in der Branche ist hart, der Preisverfall massiv. Asiatische Hersteller wie Samsung oder Panasonic bringen die Geräte zu immer niedrigen Preisen in die Läden.

Die meisten anderen bekannten Marken der einst glänzenden Elektronikbranche, wie Saba, Grundig oder Nordmende, sind längst Geschichte oder wurden an ausländische Massenhersteller verkauft. Auch Konkurrent Loewe kämpft schon seit geraumer Zeit ums Überleben.

Metz-Insolvenzverwalter Exner ist jedoch optimistisch: „Mit Skyworth und Daum hat Metz jetzt zwei starke Partner an seiner Seite, die über eine klare Vision und einen langen Atem verfügen“, sagte Exner. „Damit hat Metz wieder eine langfristige Perspektive.“

bas/mit dpa

1 Kommentar
  • Joe 28. April 2015 17:12

    Ich habe bis zum heutigen Tage noch NIE etwas von Metz gehört……

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