• Commerzbank will Privatkunden stärker umgarnen

    Um das schwächelnde Geschäft mit den Privatkunden auf Trab zu bringen, zieht das Geldinstitut ein straffes Programm durch. Erste Erfolge zeichneten sich bereits ab, sagt Vorstand Zielke. Doch der Weg ist steinig - auch für die Mitarbeiter der Bank.

    Die Commerzbank will sich beim Umbau ihrer Filialstruktur nicht unter Zeitdruck setzen lassen – obwohl Eile geboten wäre. „Wir werden Ende 2013 die ersten Pilotfilialen nach dem neuen Modell auf den Weg bringen.“, sagte der Privatkundenvorstand des Instituts, Martin Zielke. Zugleich räumte er ein, dass er die Aussichten für das Geschäft mit Privatkunden weiterhin eher pessimistisch sehe: „Ich erwarte nicht, dass sich die Rahmenbedingungen kurzfristig ändern.“ Auch 2013 werden herausfordernd bleiben.

    Die deutsche Nummer zwei hatte im November angekündigt, bis 2016 etwa eine Milliarde Euro in das schwächelnde Privatkundengeschäft stecken zu wollen. In einzelnen Filialen sollen Spezialisten zusammengezogen werden, zudem sind flexiblere Öffnungszeiten im Gespräch. Online-Angebote und klassische Filialbank sollen enger verzahnt werden.

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    Der Umbau zieht auch Konsequenzen für die Mitarbeiter der Bank nach sich: „Natürlich werden wir auch über Arbeitszeiten sprechen. Wir müssen unser gesamtes Angebot am Bedarf der Kunden orientieren. Darüber werden und müssen wir mit den Arbeitnehmervertretern reden“, sagte Zielke. „Formelle Verhandlungen wollen wir ab Beginn nächsten Jahres führen.“ Es gebe „ein hohes Interesse aller Beteiligten, die Gespräche konstruktiv und zügig, aber ohne zeitlichen Druck, zu führen“, so Zielke. „Dass wir das Thema Öffnungszeiten angehen und unser Angebot in Richtung des Kundenbedarfs verändern müssen, das verstehen viele Mitarbeiter.“

    Über das Ausmaß der vom Management angekündigten „Anpassung der Personalkapazitäten“ wollte sich Zielke nicht konkret äußern. Spekuliert worden war über den Abbau von bis zu 6000 Stellen. Anleger hatten sich schon bei der Vorstellung der neuen Strategie Anfang November Konkretes gewünscht. Zielke betonte dagegen: „Für das Management wäre es leichter gewesen, mit einer konkreten Zahl zum Thema Stellenabbau in die Öffentlichkeit zu gehen. Wir halten es aber
    nicht für richtig, dies vor Beginn der Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern zu machen.“

    Der Strategieschwenk zahle sichindes bereits aus: Bis Jahresende seien rund 120.000 Kunden gewonnen worden. Ende des dritten Quartals waren es 90.000. Zielke führt das auch auf die Umstellung der Beratung und die Einführung des sogenannten Kundenkompasses zurück, mit dem standardisiert der Bedarf der Kunden erfasst wird. „70 Prozent der Kunden, die mit dem Kundenkompass beraten werden, würden unsere Bank weiterempfehlen“, sagte Zielke. „Das ist eine unglaublich hohe Zahl.“

    • Quelle: dpa
    • Copyright: impulse.de

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