Wer Michael Urban aus Ibbenbüren telefonisch erreichen will, landet schon mal auf Gran Canaria. Denn der Unternehmer hat sein Vorzimmer in ein Callcenter auf die Sonneninsel ausgelagert. Die Mitarbeiter dort kümmern sich auch um die Bestellabwicklung von Urbans Auftragsdruckerei Logiprint.com. Das funktioniert dank Internettelefonie (Voice over IP), kostet keinen Cent extra – und die Anrufer merken nichts davon. "Wir sparen durch die Auslagerung eine Menge Geld", sagt Urban.
Und nicht nur damit: Sein Unternehmen wickelt alle Arbeitsabläufe onlinegestützt ab und kann so Flyer, Visitenkarten und Werbefolien zu besonders günstigen Preisen produzieren. Der 37-Jährige hat früh erkannt, welche Chancen das Internet dem Mittelstand eröffnet. Bereits 1999 gründete er den Online-Buchhandel Buch.de, den er später an die Thalia-Kette verkaufte. Damals sah er das Web vorwiegend als Vertriebskanal – heute nutzt er es vor allem, um effizienter zu sein als die Konkurrenz.
Damit liegt er im Trend, wie die aktuelle Studie "E-Business im Mittelstand" von impulse und IBM belegt. Zum zehnten Mal hat das Kasseler Marktforschungsunternehmen Techconsult mehr als 1000 Entscheider befragt, wie sie ihr digitales Geschäft gestalten. Fazit: Das Web dient heute vor allem dazu, Geld einzusparen und Abläufe zu beschleunigen. Denn 58 Prozent der Befragten erwarten durch Aktivitäten im E-Business eine höhere Produktivität. Ebenso viele erhoffen sich sinkende Organisationskosten. Und etwas mehr als die Hälfte der Unternehmer hofft, durch Bestellungen via Internet die Lieferzeiten von Produkten deutlich zu verkürzen. "Daher rechnen sich Investitionen ins E-Business oft bereits im ersten Jahr", sagt Thomas Fell, Geschäftsführer IBM Deutschland.
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