Wenn Harald Rossol früher in den Server-Raum seiner Firma ging, stand ihm der Schweiß auf der Stirn – obwohl es dort nur 20 Grad warm war. Rossol schwitzte vor Ärger. Denn sein Rechner kostete ihn Monat für Monat ein gewaltiges Stromgeld – erstens, weil er enorme Betriebsenergie brauchte, und zweitens, weil der heiß gelaufene Server gleichzeitig heruntergekühlt werden musste, damit er nicht den Dienst einstellte.
Betritt der Geschäftsführer der Bremer Technologie- und Managementberatung BRM heute den Server-Raum, wird ihm immer noch heiß: Denn seit sein Rechenzentrum mit sogenannter Green IT arbeitet, herrschen 35 Grad in dem abgetrennten Raum mitten im Großraumbüro.
Die neuen Server, die er kaum noch kühlen muss, haben den jährlichen Stromverbrauch allein schon um die Hälfte gesenkt – auf 60.000 Kilowattstunden. Unternehmer Rossol rechnet vor: "7800 Euro pro Jahr mehr in der Kasse."
Energiebedarf klären
In Deutschland entfallen auf IT-Geräte rund drei Prozent des gesamten Stromverbrauchs, die Leistung eines ganzen Kernkraftwerks ist allein für die Kühlung deutscher Rechenzentren nötig. Doch jetzt haben die ersten Unternehmen die Green IT entdeckt: Server und Tisch-PCs, Laptops und Bildschirme sollen weniger Strom verbrauchen und weniger zum CO2-Ausstoß beitragen. impulse hat die wichtigsten Techniken grüner EDV zusammengetragen. Firmen können durch das Entrümpeln ihrer Server-Räume handfest Energiekosten sparen – mit effizienten Bürogeräten und sogar im mobilen Außendienst.
Noch ist das Bewusstsein für die Kosten von Energie wenig ausgeprägt: 90 Prozent der IT-Leiter kennen immer noch nicht den genauen Energiebedarf ihrer IT-Infrastruktur, wie eine Studie der Deutschen Energie-Agentur (Dena) ergeben hat. Und die Hälfte der mittelständischen Unternehmer glaubt, dass durch energieeffiziente Geräte nur minimale Einsparungen möglich sind.
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