
Mittwoch, 16 Uhr, ist Schluss. Unternehmer, die bis dahin noch nicht zum Telefonhörer gegriffen haben, können ihre Stellenanzeige an diesem Samstag in der "FAZ" nicht mehr unterbringen. Auf ähnlich strikte Deadlines verweisen auch andere Zeitungen. Und wenn es denn mit dem Anzeigenschluss geklappt hat – spätestens ab Montagmittag ist das teure Inserat nur noch Altpapier.
Schneller, flexibler und vor allem günstiger ist das Angebot von Internet- Stellenmärkten wie Monster, Stepstone oder Jobpilot. "Zwar kostet das virtuelle Inserat ähnlich viel wie eine einigermaßen auffällige Zeitungsanzeige", sagt etwa Alexandra Härtling, Personalchefin des CRM-Dienstleisters Minacs in Rüsselsheim. "Doch unser spezielles Online-Angebot ist ein Jahr lang gültig und kann von mir nach Belieben aktualisiert werden." Hinzu kommt:Wer Freitagabend eine freie Position ins Netz stellt, findet schon Montagmorgen die ersten Bewerbungen in der Mailbox.
Das Web als größte Konkurrenz der Zeitung – dies vermeldet auch das Institut für Wirtschaftsinformatik an der Universität Frankfurt nach einer Umfrage unter den 1000 größten deutschen Unternehmen. Ihre Stellenanzeigen verbreiten die Personaler der Top-Firmen fast genauso häufig über das Internet (48 Prozent) wie über gedruckte Zeitungen (52 Prozent). "Auftragsflaute und Budgetkürzungen bestimmen eben den Alltag der Firmen", sagt Siegfried Hägele, Gesellschafter der renommierten Stuttgarter Personalberatung Heimeier & Partner. "Da schauen Chefs beim Personal-Marketing auf jeden Cent."
"Inzwischen stehen den Unternehmern rund 400 Online-Stellenmärkte zur Verfügung, bei denen sie offene Positionen ausschreiben können", sagt Castulus Kolo vom Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen. Bei dieser Vielfalt den Überblick zu behalten, fällt schwer.
Um Gründern die Orientierung zu erleichtern, hat impulse die wichtigsten Anbieter unter die Lupe genommen und ihre Stärken und Schwächen herausgefiltert Immerhin: Fast jeder achte deutsche Surfer besuchte im Sommer 2003 die virtuellen Stellenvermittler, so die Studie der Frankfurter Universität weiter. Gleichzeitig fahnden fast 90 Prozent der Befragten auf Online-Märkten nach talentiertem Nachwuchs. "Der Rechercheweg lohnt sich vor allem für junge Unternehmen mit wenig Geld und ohne größere Personalerfahrung", rät Hägele, der für seine Kunden schon seit fast zehn Jahren Vakanzen auch im Web ausschreibt.
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