Unternehmen Coppenrath & Wiese wird verkauft

Das Firmenschild von Coppenrath & Wiese am Unternehmenssitz in Osnabrück.

Das Firmenschild von Coppenrath & Wiese am Unternehmenssitz in Osnabrück.© dpa

Noch Anfang Mai waren Spekulationen über einen Verkauf zurückgewiesen worden. Wenige Wochen später ist klar: Das Familienunternehmen soll gut ein Jahr nach dem Tod des Mitbegründers Aloys Coppenrath in andere Hände übergehen.

Ob es die Sahnetorte zum Geburtstag ist, die Aufbackbrötchen auf dem Sonntagsfrühstückstisch oder das Dessert nach dem Mittagessen: Die Produkte von Coppenrath & Wiese stehen für eine der bekanntesten und damit attraktivsten Marken der deutschen Lebensmittelbranche. Nun steht das Unternehmen zum Verkauf. Nach einem langwierigen Entscheidungsprozess gaben die Gesellschafter des Osnabrücker Familienunternehmens grünes Licht, mit potenziellen Investoren zu verhandeln. „Die Transaktion soll kurzfristig abgeschlossen werden“, teilte eine Sprecherin der Eigentümer am Mittwoch mit. Noch Anfang Mai waren Verkaufsgerüchte zurückgewiesen worden.

Wer als potenzieller Investor infrage kommt, teilte sie nicht mit. Über den Verkauf hatten zuvor die „Lebensmittel Zeitung“ sowie die „Westfälischen Nachrichten“ berichtet. In einer Sitzung am Dienstag hatten die vier Gesellschafter den Verkauf beschlossen.

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An den Verkauf haben die Gesellschafter Auflagen geknüpft: Ihnen sei die Absicherung der Mitarbeiter und der Firmenkultur besonders wichtig. Daher werde nur mit einem kleinen Kreis von möglichen Investoren verhandelt, sagte die Coppenrath & Wiese-Sprecherin.

Attraktiver Übernahmekandidat

Marktinsider spekulieren, dass der Bielefelder Konkurrent Dr. Oetker oder der Lebensmittelkonzern Nestlé zum denkbaren Kreis der Käufer gehören. In den beiden Unternehmenszentralen gaben sich die Sprecher allerdings bedeckt. „Marktgerüchte kommentieren wir nicht“, hieß es am Mittwoch aus den Pressestellen übereinstimmend. Zumindest der Oetker-Konzern denkt aber dank voller Kassen und geringer Schulden durchaus an Zukäufe, hatte Finanzchef Albert Christmann noch vergangene Woche bei der Bilanz-Pk erklärt.

Ein attraktiver Übernahmekandidat wäre das Familienunternehmen aus der Nachbarstadt Osnabrück allemal, zumal die Tiefkühlbranche ständig wächst: Im vergangenen Jahr legten die Hersteller um 3,3 Prozent auf einen Gesamtumsatz von 12,4 Milliarden Euro zu, sagte die Geschäftsführerin des Deutschen Tiefkühlinstituts, Sabine Eichner. Der Prokopf-Verbrauch an Tiefkühlware lag im Vorjahr bei 41,6 Kilo, auch hier geht die Tendenz weiter nach oben.

Keine Einigung der Erben über gemeinsamen Kurs

Mehr als 400 Millionen Euro setzt Coppenrath & Wiese pro Jahr um und beschäftigt 2200 Mitarbeiter. Eigenen Angaben zufolge ist das Unternehmen Europas größter Hersteller von tiefgekühlten Torten und Kuchen. Produktionsstandort ist das Werk im westfälischen Mettingen bei Osnabrück.

Das Familienunternehmen war 1975 von Aloys Coppenrath und seinem Vetter Josef Wiese gegründet worden. Die Familie Wiese schied 2004 aus dem Unternehmen aus, in der Folge übernahm Aloys Coppenrath das Unternehmen komplett. Angeblich konnten sich die Erben des im März 2013 im Alter von 79 Jahren gestorbenen Coppenrath aber nur schwer auf einen gemeinsamen Kurs einigen. Schon kurz nach dem Tod des Unternehmensgründers im vergangenen Jahr gab es daher erste Spekulationen um einen Verkauf des Unternehmens.

1 Kommentar
  • Jürgen Reissberg 25. Juni 2014 18:30

    Cash, das ist das Einzige,woran die Erben von alten Copenrath denken.

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