Unternehmen Crowdfunding: Protonet sammelt 3 Millionen ein

Die beiden Gründer von Protonet: Ali Jelveh und Christopher Blum.

Die beiden Gründer von Protonet: Ali Jelveh und Christopher Blum.© Unternehmen

Die Hamburger Firma Protonet baut Server für kleine Büros, die besonders sicher sein sollen. Für die Serienproduktion hatte das Start-up vor kurzem 1,5 Millionen Euro in Rekordzeit eingesammelt. Jetzt haben die Gründer auch die 3 Millionen-Euro-Marke geknackt.

Erst Anfang Juni hatte das Start-up Protonet den Weltrekord für die schnellste Crowdfunding-Kampagne geknackt und insgesamt 1,5 Millionen Euro einsammelt. Jetzt haben die Hamburger einen neuen Spitzenwert geschafft: Nach der Verlängerung der Aktion kamen inzwischen sogar insgesamt drei Millionen Euro an Kapital zusammen.

„Erneut sind wir völlig überwältigt von der Resonanz der Kapitalgeber“, sagte Ali Jelveh, einer der beiden Firmengründer, am Montagnachmittag. Um 15.31 Uhr hatte ein Investor die letzten fehlenden Euros beigesteuert und damit das 3-Millionen-Euro-Crowdfunding perfekt gemacht.

Anzeige

Bereits bei der ersten Runde der Kampagne waren innerhalb kürzester Zeit 1,5 Millionen Euro zusammengekommen. Daraufhin öffneten die Firmengründer Ali Jelveh und Christopher Blum die Aktion erneut. Bereits nach 75 Minuten seien weitere 500.000 Euro investiert worden, einen Tag später eine Million Euro, teilte Protonet mit. Insgesamt hätten sich 1826 Geldgeber an der Neuauflage der Kampagne beteiligt.

Was die Kampagne erfolgreich machte

Mit dem Geld will das 2012 gegündete Start-up die Serienproduktion eines neuen Servers finanzieren, den sich Unternehmen als persönlichen Cloud-Speicherdienst ins Büro stellen können. Er funktioniert so ähnlich wie die Speicherdienste von Google, Dropbox oder Skype – mit dem Unterschied, dass die Daten auf dem eigenen Server gespeichert werden. Seit Beginn der NSA-Affäre sei das Interesse daran gestiegen, sagte Pressesprecher Philipp Baumgaertel.

Ihre Kampagne haben die Gründer dabei clever vermarktet. Schon vor dem Crowdfunding machte Protonet neben der Socialmedia-Kampagne mit Roadshows und Pressekonferenzen in verschiedenen Städten auf sich aufmerksam. „Beim Marketing sind die Gründer mustergültig. Sie haben im Vorfeld nichts ausgelassen, um ihr Crowdfunding zu bewerben“, sagt Jens-Uwe Sauer, Geschäftsführer der Crowdfunding-Plattform Seedmatch, auf der Protonet seine Kampagne startete. „Viele Start-ups sind der Meinung, es sorge schon für genug Aufmerksamkeit, wenn sie überhaupt ein Crowdfunding starten. Protonet hat verstanden, dass sie nur ein Projekt von Hunderten sind und mehr geben müssen, um Investoren anzulocken.“

Auch Crowdfunding-Experte Stefan Stengel sieht Protonets Erfolg in der Kommunikationsstrategie: „Die Story, die hinter dem Unternehmen, der Idee und den Gründern steht, passt hundertprozentig zusammen. Das hilft, mögliche Investoren zu überzeugen.“

Das gesamte Interview mit dem Crowdfunding-Experten Stefan Stengel lesen Sie hier.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.