Unternehmen Daimler ruft 150.000 Autos zurück

Produktion der neuen C-Klasse im Daimler-Werk in Bremen.

Produktion der neuen C-Klasse im Daimler-Werk in Bremen.© Daimler AG

Weil sich Autoteile lösen und ein Feuer im Motor verursachen könnten, beordert Daimler etwa 150.000 Wagen der CLS- und E-Klasse zurück in die Werkstätten. Der Stuttgarter Autobauer ist nicht der erste, der in diesem Jahr mit Rückrufaktionen für Schlagzeilen sorgt.

Daimler hat einen groß angelegten Rückruf in Deutschland und China gestartet. Rund 150.000 Autos der CLS- und E-Klasse werden in die Werkstätten zurückbeordert, wie ein Sprecher des Herstellers am Montag bestätigte. Die zuständige chinesische Aufsichtsbehörde hatte zuvor mitgeteilt, Untersuchungen hätten ergeben, dass sich unter Umständen Autoteile lösen und ein Feuer im Motor verursachen könnten. Betroffen seien 127.000 Fahrzeuge in China und rund 22.000 Autos in Deutschland. Informationen über weitere Länder lägen noch nicht vor, sagte der Daimler-Sprecher.

Weltweit häuften sich zuletzt die Rückrufe der Hersteller. Auf dem wichtigen US-Markt wurden nach einer Aufstellung des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach 2014 mit 62,7 Millionen so viele Autos in die Werkstätten beordert wie noch nie. Die Zahlen nach oben trieben die defekten Zündschlösser bei General Motors (GM) und die Airbag-Probleme des japanischen Zulieferers Takata. In Deutschland wurden dem CAM zufolge 1,9 Millionen Fahrzeuge wegen sicherheitsrelevanter Mängel zurückgerufen. Im Jahr zuvor waren es noch 1,09 Millionen. Hierzulande erwiesen sich Autos von Subaru, Land Rover, Toyota und Honda als besonders anfällig.

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Lange Liste an Rückrufaktionen

Einen Grund für die Anfälligkeit der Autos sehen die Experten des CAM in der höheren technischen Komplexität der Fahrzeuge. Hinzu kämen kürzere Entwicklungszeiten und die weltweite Produktion, durch die auch das Qualitätsmanagement global sichergestellt werden müsse. Eine Ursache, die in Zukunft eine größere Rolle spielen dürfte, ist die sogenannte Baukasten-Strategie, die viele Hersteller verfolgen. Ähnliche Teile werden in verschiedene Modelle eingebaut. Auf diese Weise können Kosten gespart werden, Fehler ziehen sich aber durch mehrere Modelle.

Die Jahresauftakt-Bilanz sieht dementsprechend aus: Daimler hatte schon Mitte Januar wegen Motorproblemen in Deutschland 114.000 Vans und Pkw zurückgerufen, weil bei einem Teil der Fahrzeuge mit Vier-Zylinder-Dieselmotor wegen defekter Dichtringe Öl am Kettenspanner des Motors austreten konnte. Opel folgte wenige Tage später und beorderte in Deutschland etwa 60.000 Astra und Astra GTC in die Werkstätten wegen Problemen mit der Batterieabdeckung. Mit 221.000 Fahrzeugen musste Ford noch mehr Autos Ende Januar wegen eines potenziellen Problems mit den Türgriffen durchchecken lassen, durch das diese bei Unfällen mit Seitenaufprall entriegelt werden könnten.

Grund für den jüngsten Daimler-Rückruf

Traurige Spitzenreiter waren Anfang Februar die Autohersteller Toyota, Honda und Chrysler, die wegen möglicher Airbag-Probleme in den USA mehr als zwei Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurückriefen. Etwa eine Million Fahrzeuge der Marken Toyota und Honda standen im Zusammenhang mit dem Rückruf von Airbags des japanischen Herstellers Takata, der schon 2014 für Schlagzeilen gesorgt hatte. Diese Airbags könnten auch ohne Unfall derart heftig auslösen, dass dabei Fahrzeuginsassen sogar ums Leben kommen könnten, teilte das US-amerikanische Transportministerium Ende Januar mit.

Beim aktuellen Fall von Daimler gebe es bislang noch keine Berichte über Unfälle oder Schäden, so der Sprecher. Der Fehler liege bei einer Dichtung an einer Trennwand im Motorraum. Es bestehe die Gefahr, dass diese sich löse. Betroffen seien zwischen 2012 und 2014 hergestellte Fahrzeuge der CLS- und der E-Klasse. Die Teile würden kostenlos ausgetauscht.

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