Unternehmen Das Ende des sozialistischen Kuhstalls

Nach 31 Jahren wird in der EU die Milchquote abgeschafft. Neue Milchseen wie in den 80er Jahren fürchtet die Branche trotzdem nicht.

Nach 31 Jahren wird in der EU die Milchquote abgeschafft. Neue Milchseen wie in den 80er Jahren fürchtet die Branche trotzdem nicht. © Barockschloss / flickr / Lizenz: CC BY 2.0

Am 31. März geht für die europäische Landwirtschaft eine Ära zu Ende: Die Milchquote wird abgeschafft. Darüber scheinen die meisten glücklich – sogar die Bauern.

Zum Monatsende werden in der Europäischen Union die Milchquoten abgeschafft. Bauern dürfen fortan wieder selbst entscheiden, wie viel sie produzieren.

Die eher sozialistische Maßnahme war 1984 eingeführt worden, um Angebot und Nachfrage in ein Gleichgewicht zu bringen. Bei Überschreitung der zulässigen Quote sind Strafzahlungen fällig. Damals kämpfte die Branche mit einer riesigen Überproduktion. Die Milchquote sollte Milchseen und Butterberge verhindern und den Bauern stabile Preise sichern.

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Was hat’s gebracht? Fragen und Antworten zum Ende der Milchquote

Trotzdem sieht der Bauernverband das Ende der Quote nun eher positiv. Milchbauern bekämen – wie in anderen Agrarsektoren schon üblich – Entscheidungsfreiheit über ihre Produktionsmengen, heißt es in einer Stellungnahme. Die Landwirte könnten Ställe und Melkanlagen künftig effizienter auslasten und neue Märkte erschließen. Auch wenn das Ende der Milchquote zu fallenden Preisen führen könnte, erkennt Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) vor allem neue Chancen für deutsche Bauern. Er wies darauf hin, dass die Milchpreise derzeit steigen und dies sogar stärker in Süddeutschland als in Norddeutschland mit seinen größeren Höfen.

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter sieht dagegen auch Gefahren und eine größere Weltmarkt-Abhängigkeit: „Das bedeutet sowohl für Erzeuger wie auch für Verarbeiter Unsicherheit und zusätzliches Risiko.“

nb/dpa

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