Unternehmen Der Kampf ums Brot

Ein Laib Brot

Ein Laib Brot© Grecaud Paul - Fotolia.com

Brot ist beliebt in Deutschland, die Vielfalt der Hersteller nimmt aber ab. Hunderte Bäckereien müssen jedes Jahr schließen, vor allem kleine Handwerksbetriebe. Die Konkurrenz von Großbäckern und Discountern wird immer massiver.

Wenn Deutsche ins Ausland reisen, vermissen sie schon bald ihr Schwarzbrot oder Sauerteigbrot. In den Vereinigten Staaten zum Beispiel müssen Urlauber lange suchen, bis sie – wenn überhaupt – einen Bäcker mit einem entsprechenden Angebot finden. Dort beherrschen Massenwaren aus luftigem Weizenteig, hergestellt in Großfabriken, den Markt.

Doch auch hierzulande gehen inzwischen gut 60 Prozent des Branchenumsatzes auf das Konto der Großbäckereien, 2012 setzten sie zusammen mehr als fünf Millionen Euro um. Doch nur 3,8 Prozent der Unternehmen zählen überhaupt zu den Großbäckern. Kleine Bäckereien, die zwei Drittel der Betriebe stellen, erwirtschaften dagegen nur zehn Prozent des Gesamtumsatzes. Und immer mehr von ihnen müssen schließen.

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Seit der Jahrtausendwende sind jedes Jahr im Durchschnitt 500 Bäckereien verschwunden. Waren es im Jahr 2000 noch 19.800, sind 13 Jahre später davon noch 13.700 übrig.

Konkurrenz durch Discounter und Schreibwarenläden

Kleine Unternehmen werden dabei nicht nur von den Großbäckereien in die Zange genommen. Auch Discounter wie Aldi verkaufen inzwischen vorgebackenes Brot als frische Backware. Und selbst in Postfilialen oder Schreibwarenläden gibt es immer häufiger Brot, Brötchen und Kuchen zu kaufen.

Der Trend der Backstationen ist den Handwerksbäckern ein Dorn im Auge. Der Bäckerverband prüft deshalb jetzt im Verbund mit den Verbraucherzentralen juristische Schritte. Die Branche denkt auch daran, die Handwerksordnung zu ändern. Die schütze zwar den Bäckermeister als Beruf, nicht aber die Bäckerei als Verkaufsstelle für deren Erzeugnisse, erläuterte Verbandspräsident Peter Becker am Dienstag in Berlin. Das Bäckerhandwerk strebe eine Ergänzung an, damit sich künftig nur Bäckereien auch so nennen dürften.

Auch steigende Rohstoffpreise machten Bäckereien in den vergangenen Jahren zu schaffen. Die Entwicklung in der Ukraine beobachten viele daher mit Sorge. „Die Ukraine ist ein starker Weizenlieferant auf dem Weltmarkt“, sagte Becker. Sofern es keine negativen Überraschungen gebe, rechnet er jedoch allenfalls mit „moderaten Preiserhöhungen“ wegen höherer Rohstoffkosten.

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