Unternehmen Deutsche Wirtschaft legt rasanten Jahresendspurt hin

Containerschiffe im Hamburger Hafen

Containerschiffe im Hamburger Hafen© HHLA

Die Russland-Ukraine-Krise hat Deutschlands Wirtschaft nur vorrübergehend gelähmt. Dank eines starken Jahresendspurts wuchs die Wirtschaftsleistung 2014 um 1,6 Prozent - trotz der vielen Krisen in aller Welt.

Deutschland ist wieder die Konjunkturlokomotive Europas: Getrieben von der Kauflust der Verbraucher hat die deutsche Wirtschaft ihr Wachstumstempo zum Jahresende wieder deutlich beschleunigt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,7 Prozent und damit deutlich stärker als zunächst erwartet, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Selbst Ökonomen überraschte das Ergebnis.

In einer ersten Schätzung waren die Statistiker vor wenigen Wochen noch von ungefähr 0,25 Prozent Wachstum im Vergleich zum Vorquartal ausgegangen. Die konjunkturelle Lage habe sich nach der Schwächephase im Sommer zum Jahresende hin stabilisiert, begründeten die Statistiker die gute Entwicklung.

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Wichtigste Wachstumstreiber waren erneut die Verbraucher, die ihre Konsumlust nochmals merklich steigerten. „Das ist ein klares Signal dafür, dass die niedrigeren Ölpreise in den Taschen der Verbraucher angekommen sind“, sagte ING-Diba-Chef-Ökonom Carsten Brzeski.

„Das Vertrauen kehrt zurück“

Zudem investierten auch die Unternehmen wieder mehr. „Das Vertrauen kehrt zurück“, sagte Ökonom Christian Schulz von der Privatbank Berenberg. Damit sei der Schock, der die Unternehmen nach den russischen Aggressionen in der Ukraine gelähmt hatte, vorerst überwunden.

Vom Außenhandel gingen hingegen wenig Wachstumsimpulse aus: Zwar stiegen die Exporte von Waren und Dienstleistungen zum Vorquartal nochmals kräftig, wie die Statistiker erklärten. Die Importe erhöhten sich allerdings in einer ähnlicher Größenordnung.

1,6 Prozent Wachstum im Gesamtjahr

Dank des überraschend starken Schlussquartals korrigierten die Statistiker den BIP-Anstieg im Gesamtjahr leicht von 1,5 Prozent auf 1,6 Prozent nach oben.

Experten rechnen auch 2015 mit einem robusten Wachstum der deutschen Wirtschaft. Die Konjunktur wird vor allem durch den niedrigen Ölpreis und den schwachen Euro befeuert, der deutsche Exporte auf den Weltmärkten billiger macht. Zudem dürften die niedrige Arbeitslosigkeit und die Mini-Zinsen die Konsumlust der Verbraucher weiter anschieben.
Das Wirtschaftsministerium hatte seine Konjunkturprognose erst kürzlich von 1,3 Prozent auf 1,5 Prozent angehoben.

bas/dpa

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