Unternehmen Diese Produkte sind vom russischen Importverbot betroffen

Tausende Tonnen Äpfel aus dem Alten Land sollten eigentlich nach Russland gehen.

Tausende Tonnen Äpfel aus dem Alten Land sollten eigentlich nach Russland gehen.© Diana Asbeck/Tourismusverein Altes Land e.V.

Von "Äpfel, frisch" bis "Zitterpilze, getrocknet": Hunderte Punkte umfasst die Boykott-Liste, die seit der vergangenen Woche für Lebensmittelimporte nach Russland gilt. impulse zeigt in einer aktuellen Tabelle des Bundeslandwirtschaftsministeriums, welche Produkte im Detail auf der schwarzen Liste stehen.

10.000 Tonnen Äpfel sollten in diesem Jahr eigentlich vom Alten Land an der Elbe nach Russland gehen. Für die Verbraucher dort seien extra besonders große und dunkelrote Jonagold-Äpfel angebaut worden, erzählt Matthias Görgens vom Obstbauberatungszentrum in Jork im Alten Land, einem der größten Obstanbaugebiete in Deutschland. Rund drei Prozent der gesamten Ernte war eigentlich für den Export nach Moskau oder Sankt Petersburg bestimmt. Doch daraus wird jetzt aller Voraussicht nach nichts. Denn die Äpfel stehen neben vielen anderen Produkten auf der schwarzen Liste, für die seit dem 6. August ein Importverbot nach Russland gilt. Für die großen Jonagold-Äpfel müssen sich die Obstbauern an der Niederelbe nun neue Abnehmer suchen.

Auch andere deutsche Unternehmen und Landwirte rechnen mit Einbußen. Neben Obst dürfen für zunächst ein Jahr auch kein Gemüse, Fleisch, Fisch und keine Milchprodukte mehr nach Russland eingeführt werden. „Es steht zu befürchten, dass Nachfrage ausfällt und sich die Preise für die deutschen Milchbauern nach unten entwickeln“, sagte Romuald Schaber, Vorsitzender des Bundesverbands der Deutschen Milchviehhalter (BdM). Auch Ökonomen erwarten sinkenden Preise für Agrarprodukte und Lebensmittel. „Das wird zu einem Preisdruck in der EU führen“, sagt der Kieler Ökonom Klaus-Jürgen Gern. In Deutschland seien die Preise für Obst, Gemüse, Fleisch und Milchprodukte ohnehin unter Druck. „Das könnte sich von nun an verstärken.“

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Hunderte Zeilen umfasst die Liste mit den nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums „vermutlich betroffenen Produkten“. Eine vom Ministerium einberufene Arbeitsgruppe wertet zurzeit gemeinsam mit der EU-Kommission die dazu vorliegenden Informationen aus. Mehr Details dürften Ende dieser Woche vorliegen. „Welche Produkte am Ende genau von dem Bann betroffen sind, wird aber einzig der Einschätzung der russischen Behörden obliegen“, betont das Ministerium. Landwirte können sich bei Fragen zum russischen Importverbot direkt an das Bundeslandwirtschaftsministerium wenden.

Welche Produkte auf der Liste stehen, können Sie in dieser vom Bundeslandwirtschaftsministerium zur Verfügung gestellten Tabelle nachschauen.

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