Unternehmen DIHK-Chef Schweitzer nennt Eigenstrom-Steuer „paradox“

Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen
Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). © Böll-Stiftung/Creative Commons CC BY-SA 2.0

Unternehmen, die mit neuen Anlagen selbst Strom produzieren, sollen nach dem Willen der großen Koalition künftig auch einen Teil der EEG-Umlage zahlen. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags findet klare Worte für die Pläne von Schwarz-Rot.

Die deutsche Wirtschaft wehrt sich gegen die schwarz-roten Pläne zur Verschärfung der Eigenstrom-Umlage. „Es ist paradox. Die Belastung der Eigenerzeugung steht dem Ausbau der Technologien entgegen, mit denen wir die Ziele der Energiewende erreichen wollen“, sagte Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), der „Passauer Neuen Presse“ (Mittwoch).

Je höher der zu leistende EEG-Umlagesatz für Eigenerzeugung, desto geringer sei die Bereitschaft von Unternehmen, in Erneuerbare Energien und hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung zu investieren und damit einen aktiven Beitrag zur Energiewende und zur Senkung der Emissionen zu leisten.

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2,5 Cent je Kilowattstunde für selbst erzeugten Strom

Die Unterhändler von Union und SPD hatten sich nach Angaben aus Koalitionskreisen vergangene Woche darauf geeinigt, dass Besitzer neuer Solaranlagen künftig eine Abgabe für selbst genutzten Strom zahlen sollen. Alle Selbstversorger vom Industrieunternehmen bis zum Bürger mit einer Solaranlage auf dem Dach sollen künftig 40 Prozent der Ökostromumlage je Kilowattstunde als „Soli“ entrichten. Das wären derzeit rund 2,5 Cent.

Ob der Bundestag die geplante Mindest-Umlage Ende Juni billigen wird, ist allerdings noch unklar. Baden-Württembergs-Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kündigte vor kurzem Widerstand der Länder an: “Wir sind der Ansicht, dass die Umlage nach unten korrigiert werden muss”, sagte er nach der Ministerpräsidentenkonferenz in der vergangenen Woche. Zuletzt war geplant, dass kleine Solaranlagen ausgenommen bleiben. Bisher sind keine Eigenstrom-Abgaben fällig.

 

1 Kommentar
  • Hermkes 18. Juni 2014 14:49

    Zitat: Und wenn meine Hühner jetzt Eier legen, muss ich die trotzdem bezahlen?! …

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