• Ein Herz für Zuckerschnuten

    Jeden Tag wagen Menschen den Sprung in die Selbstständigkeit. Im Handelsregister finden sich die Geburtsurkunden ihrer Firmen. impulse stellt jeden Monat eine Gründung vor - ausgewählt nach dem Zufallsprinzip. Heute: Eine Kinderkrippe.

    Herr Okur, Sie haben bereits eine Shisha-Bar gegründet …

    Okur: … oh, das ist lange her …

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    … einen IT-Handel, einen Modeversand und jetzt eine Kinderkrippe namens Die Zuckerschnuten. Warum gehen Sie in diese ganz andere Branche?

    Okur: Na ja, eine Shisha-Bar, das IT-Geschäft und der Modehandel sind auch sehr unterschiedliche Branchen. Aber die Kinderkrippe hat mit meiner sozialen Verantwortung zu tun. Das sage ich nicht nur so. Wenn man Kinder hat und in München lebt, muss man sehr kämpfen, um einen Platz zu finden. Ich bin hier aufgewachsen, habe der Stadt viel zu verdanken, jetzt will ich meinen Beitrag für die Stadt und die Gesellschaft leisten.

    Nicht jeder würde gleich eine eigene Krippe gründen, wenn er keinen Platz findet.

    Okur: Als wir vor vier bis fünf Jahren lange nach einem Platz für meine große Tochter gesucht haben, war das noch nicht die Geburt der Geschäftsidee, aber dieses Erlebnis blieb mir im Hinterkopf. Eine Freundin hat dann während einer Fortbildung einen Businessplan für eine Krippe erstellt. Über den habe ich rübergeschaut. Irgendwann habe ich angefangen, mit der Stadt zu telefonieren. Das Projekt hat sich so reingeschlichen in mein Leben. Jetzt ist es mir ans Herz gewachsen.

    Warum sind Sie Unternehmer?

    Okur: Ich finde die Herausforderung vitalisierend. Das ist kein Stress, das ist Selbstverwirklichung. Wenn die Krippe öffnet, ist meine Glückseligkeit vollkommen.

    Sie klingen wie ein furchtloser Macher.

    Okur: Furchtlos nicht. Bei einigen Sachen muss man vorsichtig sein: bei der Wahl der Immobilie etwa. Wenn die nicht den Regeln entspricht, dann bekomme ich von der Stadt keine Betriebserlaubnis für die Krippe – habe aber möglicherweise ein Vermögen für die Renovierung ausgegeben.

    Was sagt Ihre Familie zu der Idee?

    Okur: Meine Frau unterstützt mich dabei. Sie will sogar unsere kleine Tochter anmelden und würde auch mitarbeiten. Das wäre toll.

    Wo wollen Sie in fünf Jahren stehen?

    Okur: Da will ich meine zweite Krippe haben und fröhliche, spielende Kinder sehen, wenn ich reinkomme.

    Aus dem Magazin
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    • Quelle: impulse
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