Mittelstand Dieter Burmester: Ein Leben für das perfekte Produkt

Dieter Burmester mit eine seiner High-End-Audioanlagen beim impulse-Netzwerktreffen im November 2013.

Dieter Burmester mit eine seiner High-End-Audioanlagen beim impulse-Netzwerktreffen im November 2013.© Werner Schuering

Seine Audiosysteme zählen zu den besten weltweit. Nun starb Firmengründer Dieter Burmester, Jahrgang 1946, nach kurzer schwerer Krankheit. Seine Edelmarke wird aber weiterleben.

Alles begann mit einer defekten Musikanlage: Als Dieter Burmester im Jahre 1977 keinen adäquaten Ersatz fand, baute er sich aus einem medizinischen Präzisionsmessgerät einen Vorverstärker, noch heute das Kernelement all seiner Produkte. Ein Jahr später gründete er die Firma Burmester Audiosysteme, die heute aus der High-End-Industrie nicht mehr wegzudenken ist. Am vergangenen Samstag starb Burmester, Jahrgang 1946, nach kurzer schwerer Krankheit.

Aus einer kleinen studentischen Schrauberbude in einer Altbauwohnung hatte er einen Luxusanbieter gemacht, dessen Geräte Referenzstatus haben. Seine Musikanlagen, welche die Firma in Berlin-Schöneberg herstellt, zählen zu den besten der Welt.

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„Ich hatte nie den Anspruch, der Größte sein zu wollen“, sagte Burmester bei einem impulse-Netzwerktreffen im November 2013 in Berlin. „Aber“, so fügt er hinzu, „ich wollte immer der Beste sein.“ Auf diesem Weg ist sein Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten weit gekommen.

„Ich wollte immer nur das Beste“

98 Prozent der Teile kommen aus Deutschland, das meiste entwirft und stellt Burmester selbst her. Die abgeschirmten Kabel etwa: ein Eigenprodukt. Die Leiterplatten: von Hand bestückt und dann gelötet. Das Löten nach draußen zu geben? Für Burmester undenkbar.

Dieter Burmester hat es schon immer anders gemacht. Als er anfing, regierten Sony und Grundig den Markt, ihre Geräte waren schwarz lackiert, das galt Ende der 70er-Jahre als schick. Dann kam Burmester, Blues-Bassist und gerade fertig studierter Ingenieur, und schraubte verchromte Frontplatten an seine Geräte, weil Chrom „seine Qualität beim Aussehen ganz lange hält“. Mensch Dieter, das kauft doch keine Sau, das passt doch bei keinem ins Wohnzimmer, sagten ihm Kollegen. Hi-Fi? Wie stellen Sie sich das vor, es gibt doch schon Grundig, gaben sich Banken skeptisch.

Jede Innovation bezahlt die Firma aus eigener Kraft. Nach zehn Jahren und diversen Designpreisen erreichte er 1987 den Break-Even. Seitdem bezahlte er alle Neuerungen aus dem Cash-flow. Und stattet inzwischen den Porsche Panamera und die S-Klasse von Mercedes aus.

Seine Frau und Mitarbeiter wollen das Unternehmen fortführen

Einen Plan für seine Firma habe er nie gemacht, sagte Burmester. „Ich wollte immer nur das Beste und so wenig Fehler wie möglich machen.“ Wer mit allen Mitteln und Materialien das perfekte Produkt anstrebt, landet quasi automatisch in der Oberklasse. Auch das kann ein Plan sein, ein bestechend simpler.

Seine Ehefrau Frau Marianne Burmester und seine Mitarbeiter werden das Unternehmen nach seinem Tod nun fortführen.

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