Unternehmen Eins, zwei oder drei?

Lange gab es nur zwei Optionen: Blackberry oder iPhone. Nun schließt die Konkurrenz mit neuen Geräten auf. Vergleichen lohnt sich. impulse.de zeigt eine Übersicht über die Systeme und ihre aktuellen Topgeräte.

Es wird das Jahr der Superhandys und PC-Flachbretter. Bei der Computermesse CES in Las Vegas wurden im Januar allein 80 unterschiedliche Geräte und Prototypen von Tablet-Computern vorgestellt, die Apples iPad Marktanteile ab­jagen sollen. Die Konkurrenz holt auf. So meldete sich etwa Motorola aus der Versenkung zurück mit dem Xoom, der in wenigen Wochen als erster Tablet-PC mit dem neuen Google-­Betriebssystem Android 3.0 Honeycomb auf den Markt kommen soll. Vorherige Versionen von Android waren nur für die deutlich kleineren Bildschirme von Smartphones optimiert. Honeycomb soll den Erfolg der Google-Software bei den Mobiltelefonen auf die Tablet-Computer ausweiten. RIM hat für den Früh­sommer das Blackberry Playbook angekündigt – ein Tablet, das vor allem Manager und Unternehmer glücklich machen soll. Für den Businessbereich könnte auch der Sliding PC von Samsung interessant werden: ein Notebook, bei dem sich das Display über die Tastatur schieben lässt.

Auch bei den Smartphones tut sich einiges. Von Telefonen kann man eigentlich gar nicht mehr sprechen, eher von kleinen Multimediacomputern mit zwei Prozessorkernen und 3-D-Display. Auch hier will Motorola im Frühjahr mit dem Doppelkern-Smartphone Atrix auftrumpfen, das mit entsprechender Docking­station wirklich zu einem Mini-PC wird. LG will ein Handy mit PC-Technologie anbieten. Das Optimus Speed glänzt mit gestochen scharfer Displayauflösung und kann an den Fernseher angeschlossen werden.

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Die kleinen Begleiter sind zur Allzweckwaffe herangewachsen. Das gilt auch für Smartphones, die bereits in den Geschäften liegen: Sie sind MP3-Player, Telefon, Timer und E-Mail-Station in einem. Komfort und Sicherheit haben sich verbessert, die Auswahl der Geräte und Systeme ebenso. Neben dem Blackberry sind das iPhone und Android-Mobiltelefone für Unternehmer eine echte Alternative geworden. Und die Auswahl an Softwareanwendungen für den Geschäftsbereich wächst weiter.

Auch Nokia und Microsoft befinden sich wieder auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Microsoft hat sein staubtrockenes Windows Mobile ausgemistet und mit dem neuen Windows Phone 7 zur Riege zeitgemäßer Smartphones aufgeschlossen. Blackberry und Nokia räumen ihren Nutzern mittlerweile mehr Freiheiten in der optischen Gestaltung ein. Der Vergleich verschiedener Geräte und Systeme lohnt inzwischen also auf jeden Fall.

iPad

Hersteller und Preis (ohne Vertrag) Apple (ab 499 Euro)
System iOS 4.1
Die wichtigsten Eckdaten (Herstellerangaben) Größe: 242,8 x 189,7 x 13,4 mm
Gewicht: 680 g; 730 g (mit 3G)
Display: 9,7 Zoll
Akku: Stand-by keine Herstellerangabe; ca. zehn Stunden surfen
Schnittstellen für Kalender, Adressen, E-Mail – MobileMe (Apple)
– Microsoft Exchange/Outlook
– Internetdienste und POP3/IMAP-Konten
Hardware-
schnittstellen
Apple-Dock-Anschluss
Stärken + sehr gutes Display
+ lange Laufzeit
+ intuitive Bedienung
+ gute On-Screen-Tastatur
Schwächen – keine Schnittstellen für externe Geräte (Adapter notwendig)
– keine Telefonie
– geschlossenes System (iTunes-Bindung)
Beispiele für Business-Apps (Hinweis: Einige Apps werden für mehrere Systeme angeboten) Quickoffice Connect Lesen und Bearbeiten von Dokumenten
SAP-Business-Apps Auf SAP-Daten mobil zugreifen
Dragon Dictation Diktierprogramm mit Umwandlung von Sprache in Text
GoToMeeting Unterwegs an Konferenzen teilnehmen
Fazit Das iPad ist mehr als ein teures Männerspielzeug. Mittlerweile werden etliche gute Business-Apps angeboten. Kurze Präsentationen, Meetingnotizen oder Kalkulationen gehen leicht von der Hand. E-Mails sowieso. Für lange Korrespondenzen oder das Schreiben von Dokumenten empfiehlt sich jedoch eine externe Bluetooth-Tastatur.

iPhone

Hersteller und Preis (ohne Vertrag) Apple (ab 629 Euro)
System iOS 4.1
Die wichtigsten Eckdaten (Herstellerangaben) Größe: 115,2 x 58,6 x 9,3 mm
Gewicht: 137 g
Display: 3,5 Zoll
Akku: ca. 300 Stunden Stand-by; bis zu 14 Stunden Sprechdauer
Schnittstellen für Kalender, Adressen, E-Mail – MobileMe (Apple)
– Microsoft Exchange/Outlook
– Internetdienste und POP3/IMAP-Konten
Hardware-
schnittstellen
Apple-Dock-Anschluss
Stärken + sehr gutes Display
+ lange Laufzeit
+ intuitive Bedienung
+ gute On-Screen-Tastatur
+ gutes Zubehörangebot
Schwächen – keine Schnittstellen für externe Geräte (etwa USB)
– geschlossenes System (iTunes-Bindung)
Beispiele für Business-Apps (Hinweis: Einige Apps werden für mehrere Systeme angeboten) Oracle-Business-Apps Livedaten aus Datenbanken (Preise, Lagerbestände etc.)
SiteCatalyst Analysedaten der eigenen Website
Apps diverser Kreditinstitute Überweisungen u. v. m.
TeamViewer Auf den Computer im Büro zugreifen
Fazit Apples Smartphone gilt nicht unbedingt als Business-Handy. Doch mit der außergewöhnlich guten Kamera lassen sich nicht nur Freunde, sondern auch Visitenkarten gestochen scharf fotografieren und speichern (Cardreader). Die Software für Unternehmer liegt in ihrer Leistungsfähigkeit meist vor dem Angebot der Konkurrenz. Plus für Technikmuffel: Kein anderes Smartphone lässt sich so intuitiv bedienen.

Blackberry Torch 9800

Hersteller und Preis (ohne Vertrag) Research In Motion (RIM) (ab 540 Euro)
System Blackberry OS 6
Die wichtigsten Eckdaten (Herstellerangaben) Größe: 111 x 62 x 14,6 mm (geschlossen)
Gewicht: 161 g
Display: 3,2 Zoll
Akku: ca. 400 Stunden Stand-by;
bis zu 5,5 Stunden Sprechdauer
Schnittstellen für Kalender, Adressen, E-Mail – Blackberry Enterprise Server (BES)
– Microsoft Exchange/Outlook
– Internetdienste und
POP3/IMAP-Konten
Hardware-
schnittstellen
– Micro-USB
– MicroSD
Stärken + gute Suchfunktion über alle Inhalte
+ enge Verzahnung der Kommunika­tionswege
+ Hardwaretastatur
+ Datensicherheit (mit BES)
Schwächen – unübersichtliche Menüs in tieferen Ebenen
– Apps nur auf dem kleinen Telefon­speicher speicherbar
– Hardwaretastatur sehr klein
Beispiele für Business-Apps (Hinweis: Einige Apps werden für mehrere Systeme angeboten) Pocket 10B SE Business Calculator
Taschenrechner mit Business-Funktionen
MyFax Faxe erstellen und versenden
Package Tracking Sendungsverfolgung verschiedener Packetdienste
MyExpenses Kostenaufstellung
Fazit Wer in seiner Firma den Blackberry Enterprise Server zur mobilen Verteilung aller internen Daten (Mail, Adresse, Kalender etc.) im Einsatz hat, muss sich um Datenraub kaum Sorgen machen. Die abgespeckte, aber dennoch sichere „Express“-Variante des Servers gibt es seit Kurzem kostenlos für kleine und mittelständische Firmen. Viele Business-Apps und die guten E-Mail-Funktionen machen den Blackberry zum Kommunikationsspezialisten.

Desire HD

Hersteller und Preis (ohne Vertrag) HTC (ca. 500 Euro)
System Android 2.2
Die wichtigsten Eckdaten (Herstellerangaben) Größe: 123 x 68 x 11,8 mm
Gewicht: 163 g
Display: 4,3 Zoll
Akku: ca. 400 Stunden Stand-by;
bis zu 6,5 Stunden Sprechdauer
Schnittstellen für Kalender, Adressen, E-Mail – Google-Mail
– Microsoft Exchange/Outlook
– Internetdienste und POP3/IMAP-Konten
Hardware-
schnittstellen
– Micro-USB
– MicroSD
Stärken + sehr großes Display
+ individualisierbare Nutzeroberfläche
+ integrierter W-Lan-Hotspot
Schwächen – Akkulaufzeit deutlich unter Herstellerangabe
– System ist nicht so intuitiv wie Apples iOS
Stocks Börsen und Finanz­informationen
Beispiele für Business-Apps (Hinweis: Einige Apps werden für mehrere Systeme angeboten) HRS-Hotelportal Hotelsuche und -buchung
Documents To Go Lesen und Bearbeiten von MS-Office-Dokumenten
Cab4Me Freies Taxi in der Nähe finden
Fazit Android holt auf. Marktanteile brachten die große Auswahl an Geräten und hohe Individualisierbarkeit: Der eine legt sich Aktienkurse auf den Startbildschirm, der andere Termine. Ein richtig fitter Assistent wird ­Android aber nur, wenn Dokumente, Adressen und Termine bei Google hinterlegt werden. Datenschützer und Sicherheits­experten haben dabei Bedenken.

Optimus 7

Optimus 7
Hersteller und Preis (ohne Vertrag) LG (ca. 500 Euro)
System Windows Phone 7
Die wichtigsten Eckdaten (Herstellerangaben) Größe: 125 x 59,8 x 11,5 mm
Gewicht: 158 g
Display: 3,8 Zoll
Akku: ca. 400 Stunden Stand-by;
bis zu 7 Stunden Sprechdauer
Schnittstellen für Kalender, Adressen, E-Mail – Windows Live
– Microsoft Exchange
– Internetdienste und POP3/IMAP-Konten
Hardware-
schnittstellen
Micro-USB
Stärken + sehr übersichtliche und modern designte Menüs
+ Office Mobile ins System integriert
Schwächen – kein Copy and Paste
– kein Multitasking
– noch sehr wenige Business-Apps
Beispiele für Business-Apps (Hinweis: Einige Apps werden für mehrere Systeme angeboten) Currency Converter Währungsrechner
PSA Barcodescanner Produktcodes scannen und den besten Preis suchen lassen
Voice Recorder Sprachnotizen aufnehmen
Finanzen.net Überblick über Finanzmärkte
Fazit Die Anforderungen von Microsoft an Geräte, auf denen Win Phone 7 installiert werden darf, sind rigide. So gibt es kaum Unterschiede, außer beim Design. Das macht die Auswahl leicht. Das neue Betriebssystem wurde ganz neu entwickelt, die Office-Integration ist sehr gut. Von den nächsten Updates erwarten Experten notwendige Verbesserungen.

N8

Hersteller und Preis (ohne Vertrag) Nokia (ca. 449 Euro)
System Symbian 3
Die wichtigsten Eckdaten (Herstellerangaben) Größe: 113,5 x 59 x 12,9 mm
Gewicht: 135 g
Display: 3,5 Zoll
Akku: ca. 400 Stunden Stand-by;
bis zu 12 Stunden Sprechdauer
Schnittstellen für Kalender, Adressen, E-Mail – Ovi Mail (Nokia)
– Microsoft Exchange/Outlook
– Internetdienste und POP3/IMAP-Konten
Hardware-
schnittstellen
– Micro-USB
– HDMI
Stärken + Zwölf-Megapixel-Kamera mit Carl-Zeiss-Objektiv,
+ HDMI-Anschluss (für Ausgabe via TV/Beamer)
+ Gratisnavigation
Schwächen – kleinere App-Auswahl als die Konkurrenz
– langsamer Internetbrowser
Beispiele für Business-Apps (Hinweis: Einige Apps werden für mehrere Systeme angeboten) Handy Safe Pro Umfangreiche Datensicherung
Quickoffice Premier Bearbeiten von Dokumenten
DocScanner Dokumente mit dem Handy scannen, speichern und versenden
Bloomberg Reader News, Kurs- und Börseninformationen
Fazit Für langjährige Nokia-Nutzer ist das Modell N8 endlich das Smartphone, das wieder zur Konkurrenz aufschließt. Es liefert alle Standards, die Google und Apple etabliert haben. Auf der Softwareebene fällt die Auswahl aber eher mager aus. Mit der kostenlosen Navigation ist das N8 vor allem für Außendienstler interessant.

Galaxy Tab

Hersteller und Preis (ohne Vertrag) Samsung (ca. 500 Euro)
System Android 2.2
Die wichtigsten Eckdaten (Herstellerangaben) Größe: 190 x 121 x 12 mm
Gewicht: 360 g
Display: 7 Zoll
Akku: ca. 1500 Stunden Stand-by;
bis zu 16 Stunden Sprechdauer
Schnittstellen für Kalender, Adressen, E-Mail – Google-Mail
– Microsoft Exchange/Outlook
– Internetdienste und POP3/IMAP-Konten
Hardware-
schnittstellen
– Samsung-Anschluss
– MicroSD
Stärken + externe Anschlüsse
+ Videotelefonie
+ integrierter W-Lan-Hotspot
+ lange Akkulaufzeit
Schwächen – Android (und freie Apps) noch nicht für große Displays optimiert
– kein Standard-USB-Anschluss
Beispiele für Business-Apps (Hinweis: Einige Apps werden für mehrere Systeme angeboten) ThinkFree Office Lesen und Bearbeiten von Dokumenten
Readers Hub Zugriff auf Zeitschriften, Zeitungen und Bücher
Dolphine Browser Alternativer Browser
Business Time Arbeitszeiten und -Inhalte dokumentieren
Fazit Die zurzeit einzig ernst zu nehmende Alternative zum iPad. Unternehmer, die viel unterwegs sind, werden die Größe (klein, aber nicht zu klein) schätzen. Pluspunkt: Im Gegensatz zum iPad kann mit dem Galaxy Tab telefoniert werden, auch über eine Videoverbindung. Lediglich Android muss noch für das große Display angepasst werden, das soll 2011 geschehen.
Aus dem Magazin
Dieser Beitrag stammt aus der impulse-Ausgabe 02/2011.

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