Unternehmen Facebook glänzt – und enttäuscht die Börse

Wenn Sie unsere Social-Media-Tipps befolgen, gehen Sie bei Facebook sicher nicht baden.

Wenn Sie unsere Social-Media-Tipps befolgen, gehen Sie bei Facebook sicher nicht baden.© mkhmarketing/Flickr/Lizenz: CC BY 2.0

Der Gewinn von Facebook hat sich fast verdoppelt. Doch das Unternehmen rechnet mit einem drastischen Anstieg der Kosten und Ausgaben im nächsten Jahr, WhatsApp steckt tief in den roten Zahlen. Das gefällt Anlegern gar nicht.

Facebooks Geschäfte laufen besser als erwartet, doch das weltweit größte Online-Netzwerk stellt sich auf schwierigere Zeiten ein. Unternehmenschef Mark Zuckerberg rechnet mit einem steilen Anstieg der Kosten und will massiv investieren, um die Marktposition zu verteidigen. Das macht Anleger nervös: Die Facebook-Aktie fiel am Mittwoch um mehr als sechs Prozent.

Am Vorabend war der Kurs nach Veröffentlichung des Quartalsberichts im nachbörslichen Handel bereits um zehn Prozent gesunken. Dabei sehen die Zahlen eigentlich gut aus: Facebooks Nettogewinn verdoppelte sich im dritten Quartal annähernd im Vergleich zum Vorjahr auf 806 Millionen Dollar (633 Mio Euro). Die wichtigen Werbeeinnahmen stiegen um 64 Prozent auf 2,96 Milliarden Dollar, bei Werbung auf mobilen Apps betrug das Plus sogar 66 Prozent.

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Doch Finanzchef David Wehner bereitete Analysten in einer Telefonkonferenz auf härtere Zeiten vor. Die Kosten und Ausgaben könnten im kommenden Jahr um 55 bis 75 Prozent anziehen. Bereits das Schlussquartal stelle das Unternehmen vor Herausforderungen: Die Steuerquote werde steigen und das Umsatzwachstum werde sich auf 40 bis 47 Prozent abschwächen, sagte Wehner. Von Juli bis September konnte Facebook den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 59 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar ausbauen.

Die große Herausforderung: WhatsApp profitabel zu machen

Das Management kündigte für 2015 eine Investitionsoffensive an, die ins Geld gehen wird. Facebook muss einen Weg finden, Töchter wie den 3D-Brillenspezialisten Oculus VR oder WhatsApp profitabel zu machen.

Vor allem die Messenger-App WhatsApp steht im Fokus. Facebook kaufte sie im Februar für 22 Milliarden Dollar und veröffentlichte nun erstmals Ergebnisse. Whatsapp machte im letzten Jahr einen Mini-Umsatz von rund zehn Millionen Dollar und verlor unter dem Strich 138 Millionen Dollar. In den ersten sechs Monaten 2014 hat der Verlust noch einmal deutlich zugenommen. Facebook ist an etwa 40 Unternehmen beteiligt, zu den bekanntesten zählt der Fotodienst Instagram.

Nutzerzahlen steigen

Facebook-Chef Zuckerberg zeigte sich zufrieden. „Das war ein gutes Quartal mit starken Ergebnissen“, sagte er. Die Zahl der monatlichen Nutzer kletterte von Juli bis September von 1,32 auf 1,35 Milliarden. Im mobilen Bereich wuchs sie von 1,07 auf 1,12 Milliarden. „Facebook macht weiter starke Fortschritte bei Werbeeinnahmen und Usern, vor allem im mobilen Geschäft“, kommentierte Mark Vickery vom Analystenhaus Zacks Investment Research.

Die mobilen Anzeigen sind für Internetgiganten wie Facebook, Google oder Yahoo besonders wichtig. Sie verdienen in erster Linie durch Werbung. Da Nutzer vermehrt auf Smartphones und Tablets surfen, wollen die Firmen ihnen dorthin folgen. Facebook gelang es zuletzt gut, von diesem Trend zu profitieren. Die Zahl täglich aktiver Nutzer legte im dritten Quartal um 19 Prozent auf 864 Millionen zu. Pro User verdiente Facebook im Schnitt 2,4 Dollar nach 1,72 Dollar im Vorjahr.

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