Unternehmen Fachkräftemangel: Diese Berufe sind am stärksten betroffen

Sie finden keine geeigneten Bewerber für offene Stellen? Dann suchen Sie vielleicht Mitarbeiter mit einem Engpassberuf. Welche Berufe besonders von Fachkräftemangel betroffen sind.

Ist Fachkräftemangel nur ein Märchen – oder gibt es ihn wirklich? Dieser Frage ist das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) nachgegangen. Für ihre Studie blickten die Forscher nicht in die Zukunft, sondern in die Vergangenheit: Sie analysierten, wie viele offene Stellen in einem Berufsfeld gemeldet waren und wie viele Arbeitslose dem gegenüberstanden.

Das Ergebnis ist alarmierend: In fast jedem sechsten Beruf in Deutschland fehlt es an Fachkräften. In 96 von 619 Berufen reichte die Zahl der registrierten Arbeitslosen nicht aus, um alle offenen Stellen zu besetzen.

Bildergalerie: Diese 10 Berufe leiden am stärksten unter Fachkräftemangel

Unter den betroffenen Berufen sind besonders viele männertypische Jobs im naturwissenschaftlich-technischen Bereich, etwa im Maschinenbau, in der Informatik oder in der Elektrotechnik. Fast alle frauentypischen Berufe mit besonders vielen unbesetzten Stellen gehören zum Berufsfeld Gesundheit, Soziales und Bildung.

 

impulse-Magazin August 2015Mehr zum Thema Fachkräftemangel lesen Sie in der impulse-Ausgabe 9/15: „Wo bist du? So finden Sie die besten Mitarbeiter“

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2 Kommentare
  • Joe 2. September 2015 17:53

    @ Uwe Borchert,

    tausend Dank für Ihren Kommentar!! Ich kann die einseitige Berichterstattung nicht mehr hören. WIe oft habe ich mich als Bewerber grob verarscht gefühlt, wenn ich eine Absage mit dem Inhalt bekam (Wir haben bereits einen besseren Bewerber gefunden) und die Anzeige stand noch Wochen und Monate länger drinnen…………
    Das Ganze dient doch nur dazu den Wettbewerb zu erhöhen und die Lohnkosten zu drücken, künstlich wohlgemerkt!

  • Uwe Borchert 1. September 2015 12:20

    Hallo,

    Ich habe mir Ihren Artikel sehr aufmerksam durchgelesen. Das Ergebnis ist alarmierend! Immer mehr Untersuchungen wird geglaubt, ohne diese zu hinterfragen. Die statistische Erfassung der Kennzahlen offene Stellen und registrierte Arbeitslose nach SGB-III ist definitiv unpassend bis fehlerhaft.

    Bei den offenen Stellen erfasst die BA auch sogenannte HR-Image-Anzeigen, das sind Anzeigen die nur zu Werbezwecken geschaltet werden. Dazu kommen dann noch Allgemeinanzeigen der ZA/PV. Damit werden Bewerberdaten abgegriffen und in die Datenbanken gefüllt. Diese Stellen in den Datenbanken nennt man Strukturstellen. Hinter diesen stehen aber keine real zu vergebenden Stellen. Es sind nur potentielle Kandidaten auf Halde für evtl. eingehende Anfragen. Diese Strukturstellen sind sehr häufig (schlechte) Kopien von anderen Ausschreibungen. Da aber jede ZA/PV dies macht, so kommen auf eine von normalen Arbeitgebern ausgeschriebene Stelle, egal ob diese überhaupt zu besetzen ist, schon besetzt ist und nur pro forma ausgeschrieben wird oder eine HR-Imageanzeige ist ein vielfaches an diesen Allgemeinanzeigen. Somit wird die Zahl der real zu vergebenden Stellen massiv überschätzt. Ein Faktor 10 ist da durchaus zu erwarten. Einzelne Stichproben von neugierigen Arbeitsamt- und Jobcenter-Mitarbeitern ergaben da Werte von weit über 80%, so teilten man mir mit.

    Bei den registrierten Arbeitslosen nach SGB-III sind sehr viele qualifizierte Arbeitslose nicht enthalten. Ein Chemiker der mal kurz Bürger gebraten hat landet als Bürgerbräter in den Statistiken. Ein Maschinenbau-Ingenieur der Taxi gefahren ist wird als Taxifahrer gezählt. Dazu kommt noch das herausrechnen von Kursteilnehmern, das Nichterfassen von Arbeitslosen ohne Ansprüche auf ALG-I oder -II … Beim Herausrechnen wird über die Manipulation mit den sgg. Stellvertreterstellen gezielt an den Zahlen gedreht. Hier wird aber auch sehr individuell in den einzelnen Arbeitsämtern und Jobcentern darüber hinaus auf die Zahlen Einfluss genommen. Daher kann man hier keine sichere Aussage treffen, muss aber mindestens von doppelt so viel qualifizierten Arbeitslosen rechnen wie sie gemäß SGB-III registriert sind.

    Danach kehrt sich das Bild vollkommen um. Die allermeisten offenen Stellen existieren gar nicht und es gibt wesentlich mehr qualifizierte Bewerber wie sie die BA registriert. Das Vorgehen beim Nichterfassen der Arbeitslosen lässt die qualifikationsspezifischen Arbeitslosenquote auf die Friktionsarbeitslosenquote der Vollbeschäftigung konvergieren, ganz egal wie der reale Arbeitsmarkt aussieht. Das Rausrechnen einiger Gruppen aus der registrierten Arbeitslosigkeit drückt dann diese Quote darunter. Der Fachkräftemangel ist also nur eine Folge von unfachkräftigen Manipulationen und Berichterstattung.

    MfG

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