Unternehmen Fielmann plant „allmählich“ den Stabwechsel

Jede zweite Brille in Deutschland geht inzwischen bei der Optik-Kette Fielmann über den Tisch. Zürücklehnen will sich Firmengründer Günther Fielmann deswegen selbst mit seinen fast 75 Jahren noch nicht. Allmählich läuft sich sein Sohn Marc aber warm für die Nachfolge.

Die Optik-Kette Fielmann hat ihren Marktanteil in Deutschland weiter ausgebaut. Im ersten Quartal seien die Erwartungen des Unternehmens übertroffen worden, sagte Firmenchef Günther Fielmann am Montag in Hamburg. Wegen des frühlingshaften Wetters sei allein der Absatz von Sonnenbrillen um 30 Prozent gestiegen. Insgesamt verkaufte Fielmann in den ersten drei Monaten 1,85 (Vorjahreszeitraum: 1,69) Millionen Brillen, erreichte dabei einen Konzernumsatz von 306 (278) Millionen Euro und einen Überschuss von 41,8 (33,6) Millionen Euro.

Damit setzt Fielmann seinen jahrzehntelangen Expansionskurs fort, der ihm eine dominierende Stellung im deutschen Markt eingebracht hat. In 580 Filialen verkauft Fielmann jährlich mehr als sechs Millionen Brillen, das ist jede zweite Brille in Deutschland. Dazu kommen jeweils mehr als 30 Niederlassungen in Österreich und der Schweiz, wo Fielmann gemessen an den Stückzahlen ebenfalls die Position des Marktführers einnimmt. Den Umsatzanteil am deutschen Optik-Markt beziffert Fielmann auf 20 Prozent. „Die Preise sind bei uns nur halb so hoch; deshalb fallen die Marktanteile bei Absatz und Umsatz auseinander“, sagte Fielmann.

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Dem Trend vieler Einzelhandelsbranchen in den Online-Handel zu investieren kann Fielmann nichts abgewinnen. „Wenn ich eine optimal eingestellte und gut sitzende Brille verkaufen will, dann kann ich das nur im Kontakt mit dem Kunden“, erklärte der Firmenchef. Über das Internet ließen sich wichtige Informationen nicht messen; die Folgen beim Kunden seien schlecht sitzende Brillen oder im Extremfall Doppelsehen und Kopfschmerzen. Die Kunden sehen das bisher ähnlich; im Gegensatz zu anderen Handelsbranchen bewegen sich die Online-Marktanteile bei Optikern in niedrigen einstelligen Bereich. Fielmann verkauft über das Netz aber zum Beispiel Kontaktlinsen.

Nachfolge soll „sukzessive“ über die Bühne gehen

Statt auf Online setzt Fielmann auf eine weitere Expansion seines Filialnetzes, vor allem in Nordrhein-Westfalen und den südlichen Bundesländern. „Es gibt immer noch unterversorgte Gebiete“, sagte er. Mittelfristig seien 700 Niederlassungen in Deutschland geplant sowie 45 in der Schweiz und 40 in Österreich. Der Umsatz soll auf 1,6 Milliarden Euro wachsen, später dann auf 2,0 Milliarden. Ob Fielmann selbst, der in wenigen Monaten 75 Jahre alt wird, dann noch an der Spitze des Unternehmens stehen wird, ließ er offen. Seit drei Jahren ist sein Sohn Marc im Unternehmen mit verschiedenen Aufgaben betraut. Der Mittzwanziger läuft sich warm für die Nachfolge, die nach Angaben von Günther Fielmann aber „allmählich“ und „sukzessive“ über die Bühne gehen soll.

Die Familie Fielmann hält direkt und indirekt die Mehrheit an dem Unternehmen; der Streubesitz beträgt rund 29 Prozent. Um für die Aktionäre attraktiver zu werden plant Fielmann einen Aktiensplit. Für eine Aktie sollen die Anteilseigner zwei bekommen; damit halbiert sich optisch auch der Kurs. Gleichzeitig kündigte der Konzern eine höhere Dividende von 2,90 Euro für das abgelaufene Geschäftsjahr an, nach 2,70 Euro im Vorjahr. 2013 steigerte das Unternehmen den Umsatz um 4,5 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro. Der Überschuss verbesserte sich um 9,5 Prozent auf 142 Millionen Euro.

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