Unternehmen Finanzinvestor KKR will seine Macht bei WMF ausbauen

Eine Produktions-Mitarbeiterin im Stammwerk des Küchengeräteherstellers Württembergische Metallwarenfabrik AG (WMF) in Geislingen.

Eine Produktions-Mitarbeiterin im Stammwerk des Küchengeräteherstellers Württembergische Metallwarenfabrik AG (WMF) in Geislingen.© dpa

Vor knapp zwei Jahren übernahm Kohlberg Kravis Roberts (KKR) die Mehrheit am Küchenzubehör-Hersteller WMF. Jetzt greift der Finanzinvestor nach der Vormacht beim schwäbischen Traditionsunternehmen.

Der Finanzinvestor KKR will Minderheitsaktionäre aus dem Küchen-Spezialisten WMF drängen. Die zur KKR zählende Holdinggesellschaft Finedining Capital GmbH wird dazu laut Mitteilung ein öffentliches Erwerbsangebot von 53 Euro für jede WMF-Vorzugsaktie vorlegen. Das Angebot, das die Kartellbehörden noch genehmigen müssen, solle im dritten Quartal 2014 abgeschlossen sein, sagte ein KKR-Sprecher am Donnerstag.

Ziel sei es, mit dem zweiten WMF-Großaktionär, der FIBA Beteiligungs- und Anlage GmbH, mindestens 90 Prozent des Grundkapitals des Küchenausstatters aus Geislingen zu kontrollieren. Dann könnten die Anteile der Minderheitsaktionäre über einen sogenannten Squeeze out, einen Zwangsausschluss, „gegen eine angemessene Barabfindung“ gekauft werden. Aktuell hält KKR gut 70 Prozent der WMF-Stammaktien, FIBA ein Viertel. KKR hält zudem 6,56 Prozent der WMF-Vorzugsaktien. Dass der Finanzinvestor die Vormacht wolle, war aus Sicht eines Sprechers der IG Metall Göppingen-Geislingen schon 2012 vor dem Einstieg deutlich.

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Nun wollen KKR und FIBA die Gesellschaftsstruktur von WMF neu ordnen und erwägen dazu auch, den Hersteller von der Börse zu nehmen. „Die Börsennotierung bietet derzeit keine wesentlichen Vorteile für WMF, sondern nimmt vielmehr in beträchtlichem Umfang Zeit des Managements in Anspruch“, heißt es in der Mitteilung von Mittwochabend. Damit könne der Finanzinvestor besser hinter verschlossenen Türen arbeiten, sagte der IG-Metall-Sprecher und ergänzte mit Blick auf Proteste der WMF-Mitarbeiter bei der jüngsten Hauptversammlung im Mai: „Dann kann man auch kritischen Fragen einfacher aus dem Weg gehen.“

WMF will 30 Millionen Euro pro Jahr sparen

WMF hatte 2013 einen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis verbucht, in diesem Jahr will der Spezialist für Kaffeemaschinen, Besteck und Küchengeräte wieder leicht zulegen. Mit Hilfe des Umbaus will der Konzern 30 Millionen Euro jährlich sparen, die Personalkosten sollen um zehn Prozent sinken. Dazu werden nach früheren Angaben bis zu 600 Stellen gestrichen, gut 50 Filialen geschlossen und die bisher 33 Logistikzentren an zwei Standorten zusammengefasst. Insgesamt beschäftigte das Unternehmen zuletzt rund 6100 Mitarbeiter.

Dass die neuen Pläne unmittelbare Auswirkungen auf die Belegschaft haben, glaubt der Gewerkschafter nicht. Die strategischen Fragen seien unabhängig davon längst angegangen worden. „Ich will aber auch keine Entwarnung geben.“

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