Finanzen + Vorsorge Firmenpleiten in Europa: Sorgen im Süden, Entspannung in Deutschland

Knappes Eigenkapital, schlechtere Zahlungsmoral: Südeuropa leidet besonders unter der lahmenden Konjunktur. Die Zahl der Insolvenzen legt seit Jahren im Süden deutlich zu. Hierzulande gibt es hingegen weniger Firmenpleiten.

Die anhaltende Wirtschaftsschwäche hat 2013 in südeuropäischen Ländern wie Italien, Spanien und Portugal für deutlich mehr Firmenpleiten gesorgt. In Deutschland und Großbritannien ging die Zahl der Insolvenzen dagegen zurück, hieß es in der am Montag veröffentlichten Bilanz des Auskunfts- und Inkassounternehmens Creditreform. Europa präsentiere sich damit zweigeteilt.

Stark steigende Insolvenzzahlen gab es demnach in Italien (plus 15,9 Prozent) und Spanien (plus 14,6 Prozent), leicht steigende in Frankreich (plus 2,1 Prozent). Im Krisenland Griechenland stabilisierte sich die Zahl der Insolvenzen und ging sogar leicht zurück. Einen besonders starken Rückgang bei den Firmenpleiten verzeichnete Irland (minus 18,9 Prozent).

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Ein Prozent mehr Pleiten als 2013

In Deutschland und Großbritannien verringerte sich die Zahl der Insolvenzen laut der Bilanz um jeweils knapp ein Zehntel. Die Gesamtzahl der Firmenpleiten betrug in 15 untersuchten EU-Ländern plus Norwegen und der Schweiz gut 192.000 – rund ein Prozent mehr als im Vorjahr. In absoluten Zahlen liegt Frankreich mit fast 61.000 Insolvenzen mit Abstand vorn.

Insgesamt seien die sogenannten GIIPS-Staaten (Griechenland, Italien, Irland, Portugal, Spanien) inzwischen mit fast 18 Prozent an den Insolvenzen in Europa beteiligt. 2007 waren es nur gut 7 Prozent. In Südeuropa seien auch überdurchschnittlich viele Firmen schlecht mit Eigenkapital ausgestattet und es dauere deutlich länger, bis Rechnungen bezahlt würden, betonte Creditreform: In den GIIPS-Staaten vergehen im Schnitt 83 Tage bis zur Überweisung, in Deutschland 26,5.

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