Unternehmen Nach fast 100 Jahren: Haribo kehrt Bonner Heimat den Rücken

Seit der Gründung im Jahr 1920 hat Haribo seinen Firmensitz in Bonn. Doch damit soll 2017 Schluss sein: Der Süßwarenhersteller verlagert seine Zentrale.

Enger können eine Stadt und ein Unternehmen eigentlich nicht verbandelt sein: „Hans Riegel Bonn“, dafür steht der berühmte Markenname Haribo. Seit der Unternehmensgründung im Jahr 1920 trägt Haribo die ehemalige Hauptstadt im Namen. Doch jetzt gibt es schlechte Nachrichten für Bonn: Haribo zieht um – zumindest teilweise.

Der Süßwarenhersteller Haribo verlegt seinen Firmensitz in die rheinland-pfälzische Gemeinde Grafschaft. Mehr als 200 Arbeitsplätze der Hauptverwaltung würden in das Nachbarbundesland verlagert, bestätigte Haribo-Sprecher Marco Alfter am Mittwoch.

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Neuer Standort ab 2017

Am Standort Bonn sei das Unternehmen sowohl bei der Produktion wie auch in der Verwaltung an Kapazitätsgrenzen gestoßen. Im rund 30 Kilometer entfernten Grafschaft soll deshalb bis 2017 mit rund 300 neuen Arbeitsplätzen auch ein neuer Produktions- und Logistikstandort des bekannten Familienunternehmens errichtet werden.

Für Bonn ist die Nachricht bitter: Mit Haribo verliert die Stadt nicht nur einen Gewerbesteuerzahler, sondern ein auch international bekanntes Unternehmen und Aushängeschild. Bürgermeister Jürgen Nimptsch (SPD) bemüht sich um Schadensbegrenzung: „Haribo ist und bleibt eine ‚Bonner Marke‘, ganz gleich, wo die Gummibärchen produziert und gelagert werden“, verkündete er in einer Pressemitteilung. Immerhin: In Bonn sollen Alfter rund 850 Arbeitsplätze erhalten bleiben, zumeist in der Produktion.

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