Unternehmen Fragen und Antworten: Was kann der G20-Gipfel erreichen?

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer Ankunft in Brisbane.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer Ankunft in Brisbane.© dpa

Der G20-Gipfel kommt dieses Jahr im australischen Brisbane zusammen. Die Staats- und Regierungschefs der führenden Volkswirtschaften haben ein breites Programm vor sich - im Sitzungssaal wie auch in den Gesprächen abseits des Protokolls.

Was soll der Gipfel den Bürgern bringen?

Australien, das derzeit den Vorsitz in der Gruppe der 20 (G20) hat, hat die Wirtschaftspolitik in den Mittelpunkt der Beratungen gestellt. Jedes G20-Mitglied soll dazu beitragen, dass zwischen 2014 und 2018 das Wachstum aller zusammen um zwei Prozentpunkte zulegt: Das soll die Beschäftigung ankurbeln und Tausende Jobs bringen. Deutschland will mit mehr Investitionen in die Infrastruktur, in Bildung und Forschung sowie eine klimafreundliche Energieversorgung dazu beitragen. Von 2016 an sollen zusätzlich zehn Milliarden Euro in
die Infrastruktur fließen.

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Können die G20-Staaten die Welt ein bisschen gerechter machen?

Theoretisch ja. Geht es nach Menschenrechts- und Hilfsorganisationen, müssen die G20-Staaten ganz legale Steuerschlupflöcher schließen. Vor allem Konzerne, die überall auf der Welt ihr Geld verdienen, profitieren davon, dass sie Gewinne solange von Land zu Land schieben können, bis ihre Steuerlast deutlich gedrückt ist. Zivilgesellschaftliche Gruppen, die sich als C20 zusammengeschlossen haben, weisen darauf hin, dass die Hälfte der Armen in der Welt in den G20-Ländern lebten. Mit mehr Steuern kann der Staat mehr investieren – zum Beispiel in Gesundheit, Bildung und soziale Einrichtungen.

Haben die G20-Staaten weiter ein wachsames Auge auf die Finanzwelt?

Ja, allerdings folgen guten Absicht nicht immer auch praktische Schritte. Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich dafür einsetzen, dass endlich auch sogenannte Schattenbanken besser kontrolliert und beaufsichtigt werden. Schattenbanken sind Institute, die wie Banken Geldgeschäfte betreiben, aber keine Bankenlizenz haben – beispielsweise Hedgefonds. Solche Unternehmen bewegen Milliarden, ohne dass Aufsichtsbehörden regelmäßig in deren Bücher schauen.

Kann der G20-Gipfel helfen, die Ukraine-Krise zu lösen?

Auch wenn der Konflikt zwischen Separatisten und Regierungstruppen im Osten der Ukraine nicht offiziell auf der Tagesordnung steht, werden sich häufig Gespräche am Rande des Gipfels darum drehen. Viele machen den russischen Präsidenten Wladimir Putin für die Eskalation verantwortlich. US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Merkel dürften versuchen, auf Putin einzuwirken, die Rebellen zu einem dauerhaften Frieden zu drängen. Voraussetzung: Putin lässt überhaupt mit sich reden.

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