Fridtjof Detzner auf der impulse-Konferenz Wie Jimdo von seinen Kunden lernt

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Jimdo-Mitgründer Fridtjof Detzner erzählte auf der impulse-Konferenz im Europa-Park, wo er seine Kunden trifft und was er von ihnen lernen kann.

Jimdo-Mitgründer Fridtjof Detzner erzählte auf der impulse-Konferenz im Europa-Park, wo er seine Kunden trifft und was er von ihnen lernen kann.© Daniel Schoenen

Wer weiß besser, was den Kunden glücklich macht, als er selbst? Auf der impulse-Konferenz verriet Jimdo-Gründer Fridtjof Detzner seine Tricks, um den Kunden nicht aus den Augen zu verlieren.

Als Fridtjof Detzner mit zwei Freunden das Unternehmen Jimdo startet, arbeiten die drei häufig die Nächte durch. Doch an Ausschlafen ist am nächsten Tag nicht zu denken, denn zumindest einer muss die Kunden-Hotline besetzen. „Durch die Anrufe haben wir ein Produkt gebaut, das die Probleme unserer Kunden wirklich löst. Denn wir wollten, dass sie nicht mehr anrufen müssen“, erinnert sich Detzner. „Wir wollten schließlich schlafen.“

Mit seinen zwei Mitstreitern entwickelt der Gründer ein Baukastensystem, mit dem jeder Mensch eine professionelle Website zusammenstellen kann – auch ohne Programmierkenntnisse und mit wenig technischem Know-how.

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Zehn Jahre ist das inzwischen her und aus den drei Jungs, die sich die Nächte um die Ohren schlugen, wurde ein Unternehmen mit 230 Mitarbeitern. „Wir brauchten auf einmal viel mehr Zeit für Absprachen im Unternehmen. So blieb weniger Zeit, sich auf die Kunden zu fokussieren“, beschreibt Detzner das Dilemma.

Jimdo stand vor einem Problem: Wie hält man den Kunden weiter für jeden Mitarbeiter präsent? „Gerade in unserem Bereich ändern sich die Probleme der Kunden ständig. Die Technologie verändert sich und damit auch die Anforderungen, was eine Website können muss“, sagt Detzner. Um die Kunden nicht aus den Augen zu verlieren, hat sich das Unternehmen verschiedene Methoden überlegt:

Drei Methoden, wie Jimdo von seinen Kunden lernt:

1. Konferenzen
Regelmäßig organisiert Jimdo Konferenzen im eigenen Büro in Hamburg – sogenannte JimCons. „An dem Wochenende räumen wir unser Büro leer, machen die Tür auf und all unsere Kunden kommen rein“, erklärt Detzner. Auf der Konferenz gibt es Vorträge und Workshops zu Themen wie Suchmaschinenoptimierung, Social Media, Design oder Recht.

„Die Kunden kommen zu uns, weil sie etwas von uns lernen wollen. Doch eigentlich tun die Kunden uns einen riesengroßen Gefallen: Sie bilden unsere Mitarbeiter aus.“ Auf den Konferenzen treffen die Jimdo-Mitarbeiter auf ihre Kunden – und hören so, welche Probleme es gibt oder was sich die Kunden wünschen.

2. User-Events
Doch nicht nur in Hamburg organisiert das Team von Jimdo Treffen zwischen Mitarbeitern und Kunden. Zum fünfjährigen Jubiläum in Japan hatte das Team dort eine große Halle gemietet – 500 Kunden kamen zum Austausch. In Frankreich gab es eine Tour de France. „Wir haben den Bulli gepackt und sind von Stadt zu Stadt gefahren.“ In Paris, Bordeaux, Montpellier und einigen weiteren Städten veranstaltete das Team Treffen.

3. Interviews
Fridtjof Detzner hat sich zudem angewöhnt, regelmäßig lange Interviews mit seinen Kunden zu führen. Er nimmt sich zwei Stunden Zeit, um wieder ein Gefühl für seine Kunden zu bekommen. Dabei geht es nicht nur um Probleme und Schwierigkeiten, sondern auch um ganz einfache Fragen: Wie sieht der Tag meines Kunden aus? Was für Technologie benutzt er?

Den Kunden kennen lernen – das lohnt sich

Die Jimdo-Methoden müssen nicht für jedes Unternehmen passen. Wahrscheinlich muss sich sogar jedes Unternehmen seine ganz eigenen Tricks einfallen lassen, wie es seine Kunden kennen lernen kann. Doch das lohnt sich auf jeden Fall. Wer weiß schon besser, was ihn glücklich macht und welches Produkt oder welche Dienstleistung ihm wirklich weiterhelfen würde?

Von sich selbst auf die Kunden zu schließen, wäre nämlich fatal. „Wir vergessen manchmal“, gibt auch Detzner zu, „dass nicht alle Menschen so gut mit Computern umgehen können wie wir.“

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