Unternehmen Für „Spezialeinsätze“: Daimler holt 100 Rentner zurück ins Unternehmen

Einblick in die Mercedes-Produktion am Standort Bremen.

Einblick in die Mercedes-Produktion am Standort Bremen.© Daimler AG

Von IT-Problemen bis zu Auslandseinsätzen: Der Autobauer Daimler hat im vergangenen Jahr fast 100 Ruheständler für befristete Einsätze zurück ins Unternehmen geholt. Mit ihrem alten Gehalt dürfen sie allerdings nicht rechnen.

Der Autobauer Daimler setzt für Spezialeinsätze inzwischen verstärkt auf Rentner. Fast 100 Ruheständler hat der Dax-Konzern im vergangenen Jahr zeitweise ins Unternehmen zurückgeholt, wie Personalvorstand Wilfried Porth am Mittwoch in Stuttgart sagte. Daimler hat dazu vor einem Jahr einen Expertenpool eingerichtet, in dem sich Rentner registrieren lassen können – mitsamt ihrer speziellen Fähigkeiten und Erfahrungen. Inzwischen sind dort rund 390 Senioren angemeldet.

Ein Beispiel für ihren Einsatz sei der Übergang von einem alten IT-System in ein neues. „Wir hatten tatsächlich niemanden mehr, der die Programmiersprache konnte“, sagte Porth über einen solchen Fall. Auch bei Serienanläufen neuer Modelle seien Pensionäre gefragt. „Wir haben nicht an jeder Stelle im Unternehmen Menschen, die schon so viele Anläufe durchgemacht haben“, erklärt der Manager. „Da gehört schon sehr viel spezielles Mercedes-Wissen dazu.“ Nicht selten würden sie auch als Experten ins Ausland – beispielsweise nach China – entsandt.

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Auch Bosch und Otto setzen auf Rentner

Daimler ist nicht das einzige Unternehmen, das Ruheständler zeitweise zurückbeordert. Auch der Technikkonzern Bosch oder die Hamburger Otto Group setzen auf das Expertenwissen von Senioren. Anders als bei ihnen orientiert sich die Bezahlung bei Daimler aber nicht an dem früheren Gehalt. „Das machen wir ganz bewusst nicht“, erklärt Porth. „Man kann eine Führungsaufgabe nicht mit einer Beratungstätigkeit vergleichen.“ Die Schwaben zahlen stattdessen individuelle Tagessätze.

Der Pool der sogenannten Senior-Experten ist derzeit allerdings noch eine Männerdomäne: Den Angaben zufolge ist nur jeder zehnte Ruheständler unter ihnen eine Frau.

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