Eine Magnetkarte eröffnet den Zugang zum sechsten Stock: Vollverglaste Konferenzräume, rosa Filzstühle, und auf dem Tisch stehen rosa Softdrinks.
Sie sind 34 Jahre alt, verheiratet und haben zwei Kinder. Tragen Sie noch immer Kleidung von H&M?
Der Großteil meiner Kleidung ist von H&M. Heute trage ich COS, aber die gehören zur H&M-Familie.
Ist es nicht ein Problem von H&M - dass es eine Marke ist, die Eltern tragen? Ist H&M nicht mehr cool?
Das sehe ich nicht so. Wir führen jedes Jahr eine Kundenanalyse durch, und wir haben in allen Segmenten, in denen wir vertreten sind, unsere Position gestärkt.
Warum haben Sie dann in den letzten Jahren neue Marken wie Monki und Weekday gekauft, die direkt auf junge Kunden zielen?
Monki und Weekday sind sehr starke Konzepte, die wir in Schweden gesehen haben und die uns sehr gefielen. Wir wollten diese Firmen besitzen. Wir waren dazu nicht gezwungen. In vielen Ländern sehen wir immer noch großes Wachstumspotenzial für die Marke H&M. Die Übernahmen sind eine Art zu wachsen. Die Marken ergänzen H&M gut.
Monki und Weekday scheinen weniger eine Ergänzung zu sein, als vielmehr das zu tun, was H&M früher getan hat - nämlich junge Leute anlocken. Wenn die Kernmarke so stark ist, warum deckt sie das Segment dann nicht ab?
Wenn Sie sich das Gesamtangebot von H&M ansehen, werden Sie viele unterschiedliche Stilrichtungen erkennen, darunter auch Kollektionen für junge Leute.
Die Multimarkenstrategie war Ihre erste Weichenstellung bei H&M. Nicht jeder hält das für einen klugen Schritt.
Ich glaube an dieses Konzept. Aber ich würde es nicht als meine Weichenstellung bezeichnen.
Sie waren doch für Marken und Expansion zuständig, bevor Sie den Chefposten übernommen haben.
Ich war da Teil eines Teams. Die endgültigen Entscheidungen hat mein Vorgänger Rolf Eriksen getroffen.
Es klingt so, als würden Sie sich damit nicht wohlfühlen, Entscheidungen zu verkünden.
Ich glaube nicht, dass ich ein Problem damit habe, Entscheidungen zu treffen. Das mache ich die ganze Zeit. Aber aus Wettbewerbsgründen kann ich Ihnen nicht sagen, wie sie aussehen.
Im Dezember und Januar verzeichneten Sie steigende Umsätze in Ihren bestehenden Läden. In den Monaten zuvor konnte H&M aber nur durch Neueröffnungen wachsen - was mit entsprechender Finanzkraft jeder kann. Wie nachhaltig ist nun der Anstieg des flächenbereinigten Umsatzes?
Wir planen in diesem Jahr mit einer Zunahme des flächenbereinigten Umsatzes. Aber es ist zu früh, dazu Genaueres zu sagen. Wir sind optimistisch.
Wo sind die Risiken?
In den meisten Ländern steigen Arbeitslosenzahlen und Zinsen. Das bringt den privaten Konsum unter Druck. Hinzu kommt der Preisdruck von Wettbewerbern, die Marktanteile gewinnen wollen. Aber wir können auch intern noch einiges optimieren. Obwohl wir modern sind, können wir da noch besser werden.
Wo sehen Sie Wachstumspotenzial?
Wir wollen in diesem Jahr 240 neue Läden eröffnen, erstmals auch in Südkorea und Israel. Außerdem bietet der Onlineverkauf große Chancen. Wir sind damit bislang in sieben Ländern präsent, denken aber, dass wir das langfristig auf alle 35 bestehenden Märkten ausrollen können.
H&M steht neben anderen Firmen im Mittelpunkt eines neuen Produktionsskandals. In Indien wurde Biobaumwolle zertifiziert, obwohl sie aus gentechnisch verändertem Saatgut gewonnen wurde. Was haben Sie daraufhin unternommen?
Es hat sich herausgestellt, dass unsere Kleidung nicht zu den aufgedeckten Fällen gehört. Die Zertifizierungsstelle Control Union wurde dafür kritisiert, dass es keine ausreichende Kontrolle der indischen Bauern gibt. Aber sie haben ihre Prozesse verbessert und operieren weiterhin als Zulassungsstelle. Also kooperieren wir mit ihnen.
Sie sind seit dem 1. Juli im Amt. Wie würden Sie die Entwicklung von H&M in Ihrem ersten Jahr benoten - auf einer Skala von eins bis zehn, wobei zehn die beste Note ist?
Wir arbeiten im Teamwork, es geht weniger um mich. Aber das Ergebnis ist sehr gut. Der Umsatz war angesichts der Marktsituation okay. Die Expansion wiederum ist sehr gut gelaufen.
Und als Note?
Eine Acht.
Ihre Familie ist größter H&M-Aktionär. Sind Veränderungen denkbar?
Über Anteilskäufe kann ich nichts sagen. Aber wir sind glücklich und beabsichtigen keine Verkäufe.
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