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03.02.2010

Konsumklima: Krise kommt beim Verbraucher an

Der Einkauf fällt bei vielen Verbrauchern in diesem Jahr kleiner aus als sonst
Zoom Der Einkauf fällt bei vielen Verbrauchern in diesem Jahr kleiner aus als sonst
© Getty Images
Arbeitslosigkeit und negative Erwartungen an die eigene finanzielle Lage stoppen die Konsumfreude der Deutschen in diesem Jahr. Stattdessen sind Vorsichtssparen und bewusster Konsum angesagt.

Immer mehr Verbraucher schränken ihren Konsum infolge der Wirtschaftskrise ein. Der Anteil der sparenden Haushalte wird in diesem Jahr von 23 auf 27 Prozent steigen, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit. Das entspricht 1,5 Millionen Menschen, die weniger konsumieren, weil sie bereits arbeitslos sind oder konkret um ihren Job fürchten müssen. Die GfK erwartet deshalb für 2010 auch lediglich eine Stagnation des privaten Verbrauchs in Deutschland. Im vergangenen Jahr war er noch um 0,4 Prozent gewachsen.

"Die Krise wird 2010 beim Verbraucher ankommen", sagte GfK-Vorstandschef Klaus Wübbenhorst. "Arbeitslosigkeit, die Angst davor sowie steigende Preise bremsen den Konsum." Der private Verbrauch, der mit 1500 Milliarden Euro rund 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht, werde deshalb keine zusätzlichen Impulse liefern. "Wenn der Konsum stagniert, ist das schon eine gute Botschaft", sagte Wübbenhorst.

Arbeitslosigkeit und die Angst davor veränderten das Konsumverhalten der Menschen deutlich, sagt Konsumforscher Rolf Bürkl. Bei den Gütern des täglichen Bedarfs verringerten die betroffenen Haushalte ihren Verbrauch um rund zehn Prozent. Drohende Arbeitslosigkeit lasse die Verbraucher nicht nur weniger ausgeben, sie legten zugleich auch mehr Geld für schlechte Zeiten zurück. Dieses "Vorsichtssparen" beeinträchtige den Konsum zusätzlich.

Neben den 27 Prozent direkt Betroffener gelten weitere 27 Prozent der Bevölkerung als "krisengefährdet": Durchschnittlich oder schwach situierte Arbeitnehmer mit relativ sicherem Job oder Rentner in angespannter finanzieller Situation. 46 Prozent müssten sich keine Sorgen machen, sie haben einen sicheren Arbeitsplatz oder eine gute Rente oder Pension.

Gute Aussichten für Traditionsmarken

Die Gastronomie spürte die Einschränkungen beim privaten Konsum im vergangenen Jahr am deutlichsten: Der "Außer-Haus-Konsum" sank um acht Prozent. Gewinner waren Branchen, die alles für die eigenen vier Wände anbieten: Der Lebensmitteleinzelhandel ebenso wie Baumärkte oder die Unterhaltungselektronikbranche. Dieser Trend wird sich 2010 fortsetzen, erwartet die GfK.

Die Konsumforscher rechnen zudem damit, dass das Vertrauen der Verbraucher in die Wirtschaft gelitten hat und sich deshalb die Werte verändern: Die Menschen werden bewusster konsumieren, Qualität vor Quantität setzen und sich auch über die kleinen Dinge freuen. Davon könnten gesellschaftlich verantwortlich handelnde Unternehmen, Traditionsmarken und heimische Produkte profitieren.

Quelle: ftd.de
© 2010 impulse.de

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