Unternehmen Kosten für neuen Hauptstadtflughafen steigen auf 5,4 Milliarden

Die Fassade des Flughafens Berlin-Brandenburg.

Die Fassade des Flughafens Berlin-Brandenburg.© Günter Wicker / Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Hartmut Mehdorn braucht noch einmal 1,1 Milliarden Euro, um den neuen Hauptstadtflughafen fertig zu bauen. Damit steigen die Kosten auf insgesamt 5,4 Milliarden Euro. Aber das dürfte nicht das Ende der Fahnenstange sein. Denn schon jetzt hat der Airport ein weiteres großes Problem.

Hartmut Mehdorn zieht ein Grinsen quer übers Gesicht und zeigt auf Klaus Wowereit: „Er war richtig gut heute.“ Gerade hat Berlins Regierender Bürgermeister verkündet, dass Mehdorn weitere 1,1 Milliarde Euro bekommt, um den neuen Hauptstadtflughafen fertig zu bauen. Es sind dann insgesamt 5,4 Milliarden Euro für einen Bau, der beim ersten Spatenstich noch für 2 Milliarden Euro zu haben sein sollte.

Beschlossen hat das der Aufsichtsrat in einer „ziemlich aufreibenden Sitzung“, wie Mehdorn sagt. Als die Finanzspritze am Abend verkündet wird, sind viele Deutsche mit den Gedanken längst beim Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft.

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Wowereit habe Mehdorn wieder rausgehauen, ist zu hören. Vor allem aus Brandenburg gab es Widerstand. Mehdorn wirkt erschöpft, aber erleichtert. Denn er weiß: Er wird Wowereits Unterstützung wieder in Anspruch nehmen. Denn das Geld reicht nicht. Der Flughafen ist zu klein.

Auch der neue BER wird bald zu klein sein

Wenn der neue Flughafen irgendwann 2016 oder 2017 in Betrieb geht, bietet er Platz für 27 Millionen Passagiere im Jahr. Das Problem ist: Die alten Flughäfen Tegel und Schönefeld hatten im vergangenen Jahr schon mehr als 26 Millionen. Wie andere Metropolen lockt Berlin immer mehr Touristen an – und auch zunehmend Kongressbesucher und Geschäftsreisende. Berlins Wirtschaft ist in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich gewachsen. 2020 dürften es bereits 35 Millionen Passagiere am neuen BER sein, schätzt Mehdorn.

Eine Zwischenlösung für das Problem steht direkt neben dem neuen Flughafen: der früheren DDR-Zentralflughafen in Schönefeld. Doch die wird nicht billig. Das Terminal ist äußerlich eine Mischung aus Bürokomplex und Nachkriegs-Bahnhofshalle. Eigentlich sollte Schönefeld-Alt schließen, wenn der neue Airport fertig ist.

200 Millionen Euro für Sanierung des alten Schönefeld-Terminals?

Mehdorn will den Altbau nun weiterbetreiben, um so bis zu 12 Millionen Passagiere zusätzlich befördern zu können. Fünf Millionen Euro hat ihm der Aufsichtsrat bewilligt, damit er die Idee durchplanen kann. Im September will Mehdorn Vorschläge machen. Schon jetzt kursieren Zahlen von bis zu 200 Millionen Euro, die die Sanierung des alten Terminals verschlingen könnte. Das ist aber nicht bestätigt.

„Mehr Flughafen kostet mehr Geld und dauert länger“, verteidigt sich Mehdorn gegen Kritik an den schon jetzt auf 5,4 Milliarden Euro gewachsenen Kostenrahmen. „Ich kann darin den Skandal nicht erkennen.“ Dabei verschweigt er, dass in den vergangenen Jahren die Kosten stärker wuchsen als die Flughafenfläche. Das hat mit Pfusch am Bau zu tun, mit Planungsfehlern und mit Missmanagement. Doch auch die 5,4 Milliarden Euro reichen nur, wenn er Ende 2015, Anfang 2016 endlich fertig gebaut ist.

1 Kommentar
  • Daniel 30. Juni 2014 19:49

    Dieser Flughafen ist eine einzige Farce! Wie viel Leute haben sich da irgendwo die Taschen voll gemacht bitte???? Und dann kommt so eine Peinlichkeit bei raus, das macht wütend!
    Da lobe ich mir doch wenigstens die Möglichkeit ohne Probleme zum Flughafen zu kommen: http://comfort-airport-parking.de/

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