Unternehmen Ifo-Index fällt auf den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren

Luftbild vom Hamburger Hafen: Auch der Export legte 2014 zu - trotz der Auswirkungen durch die Russland-Sanktionen.

Luftbild vom Hamburger Hafen: Auch der Export legte 2014 zu - trotz der Auswirkungen durch die Russland-Sanktionen. © HHLA

Die gute Laune bei vielen deutschen Unternehmen scheint verflogen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex - das wichtigste Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft - ist erneut gesunken. Doch für Firmen und Beschäftigte gibt es auch Zeichen der Hoffnung.

Die Sorgen um die internationalen politischen Krisen und trübe Konjunkturaussichten drücken weiter auf die Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Im Oktober gab der Ifo-Geschäftsklimaindex zum sechsten Mal in Folge nach. Er fiel von 104,7 auf 103,2 Punkte, wie das Ifo Institut für Wirtschaftsforschung am Montag in München mitteilte. Das ist der tiefste Stand seit Dezember 2012.

Der Rückgang fiel deutlicher aus als von Experten erwartet. Vor allem in der Industrie habe sich die Stimmung deutlich eingetrübt, erklärte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Volkswirte hatten im Schnitt nur mit einem Rückgang um 0,2 auf 104,5 Punkte gerechnet. Die Unternehmen schätzten im Oktober sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Zukunftsaussichten schlechter ein.
Während der Lage-Index von 110,4 auf 108,4 Punkte nachgab, fiel der Erwartungsindex von 99,3 auf 98,3 Punkte.

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„Die Stimmung in Deutschland befindet sich derzeit in einer Abwärtsspirale“, begründete die Dekabank den Rückgang. Dabei hatte das laufende Jahr noch mit einem kräftigen Wirtschaftswachstum begonnen. Im zweiten Quartal jedoch schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) – die wichtigste Kennzahl für die Leistung der Volkswirtschaft – um 0,2 Prozent. Und auch die Aussichten sehen trübe aus: Die Bundesregierung rechnet in ihrer Herbstprognose im laufenden Jahr nur noch mit einem BIP-Zuwachs von 1,2 Prozent – im Frühjahr waren es 1,8 Prozent.

Auch positive Signale für die Wirtschaft

Verglichen mit anderen europäischen Ländern geht es Deutschland aber noch recht gut. Nach einer Prognose des Internationalen Währungsfonds wird die Wirtschaft im Euroraum nur um 0,8 Prozent wachsen. Besonders die schwächelnden Euro-Partner Italien und Frankreich ziehen die Vorhersage runter.

Eine große Unterstützung für die Wirtschaft könnten die deutschen Verbraucher sein. Der Konsumklimaindex, mit dem das Marktforschungsunternehmen GfK die Kauflaune der Menschen misst, ist überraschend wieder gestiegen. Das Weihnachtsgeschäft dürfte im November gut anlaufen.

Der Ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft. Er wird monatlich durch die Befragung von rund 7000 Unternehmen ermittelt. Seit Jahrzehnten bildet der Index das Auf und Ab der Konjunktur mit einigen Monaten Vorlauf recht zuverlässig ab. Dennoch ist der Index „nur“ eine Art Prognose – äußere Einflüsse – zum Beispiel politische Entwicklungen – können dafür sorgen, dass die Wirtschaft sich anders entwickelt.

bas/dpa

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