• In die Luft geflogen

    Katrin Henn

    Jeden Tag wagen Menschen den Sprung in die Selbstständigkeit. Im Handelsregister finden sich die Geburtsurkunden ihrer Firmen. impulse stellt jeden Monat eine Gründung vor. Dieses Mal: ein Drohnenunternehmen.

    Frau Henn, in Ihrer Garage in Wildberg parken mehrere Octo- und Multicopter. Eine kleine Drohnenflotte. Wofür?

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    Henn: Unsere Kunden brauchen sie in der Regel für Luftbildaufnahmen. Je nach Auftrag bestücken wir die Drohnen mit Digital- oder Wärmebildkameras und dokumentieren zum Beispiel die Dämmung eines Daches oder die Schäden an einem Windrad.

    Wollten Sie schon immer Unternehmerin ­werden?

    Henn: Nein, eigentlich habe ich Kauffrau gelernt und bin noch immer im Projektmanagement angestellt.

    Warum haben Sie dann ein Drohnenunternehmen gegründet?

    Henn: Das war im Frühjahr 2012. Ein Freund von uns wollte seinen Hausbau aus der Luft festhalten. Beim Grübeln sind wir auf Drohnen gestoßen. Mein Mann und ich fanden das spannend und ­haben uns in das Thema verbissen.

    Welche Probleme gab es?

    Henn: Eine Menge. Angefangen haben wir mit Drohnen aus dem Spielzeugladen. Die waren wackelig, schwach und konnten nichts tragen. Wir mussten viel üben. Zuletzt haben wir die neuen Modelle mit Karbonflügeln verstärkt. Jetzt können wir 2,5 Kilogramm transportieren. Aber je komplexer die Drohnen werden, desto schwieriger wird es, sie zu fliegen. Da ging einiges zu Bruch, bis alles klappte.

    Was muss bei einem Drohnenflug alles passen?

    Henn: Wetter und Behörden müssen mitspielen. Beide sind nur schwer auszurechnen.

    Wofür brauchen Sie die Behörden?

    Henn: Wir brauchen für jeden Flug eine Genehmigung. Dafür ist aber nur ein Beamter zuständig. Als der anfangs länger im Urlaub war, hatten wir Pech. ­Inzwischen hat sich das aber eingespielt.

    Und was macht Spaß am Unternehmertum?

    Henn: Mir gefällt die Abwechslung, und es ist ein gutes Gefühl, Zeit für das eigene Projekt zu opfern.

    Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

    Henn: Ich würde gern davon leben können. Bisher arbeite ich zusätzlich in meinem alten Job weiter, da werden die Tage oft sehr lang. Aber wir haben uns auch keine Illusionen gemacht, dass die ersten drei Jahre einfach werden.

    Aus dem Magazin
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    • Quelle: impulse
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