Unternehmen Industrie in Deutschland und Frankreich schwächelt

Produktion in Deutschland

Produktion in Deutschland© industrieblick / Fotolia

Weniger Aufträge in Deutschland, weniger Produktion in Frankreich - die Industrieunternehmen der beiden größten europäischen Volkswirtschaften zeigen sich im März schwächer als von vielen Ökonomen erwartet. Erhält das deutsche Wachstumstempo einen Dämpfer?

Die Industrie in den beiden größten europäischen Volkswirtschaften hat sich im März schwächer präsentiert. Der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe Deutschlands sank deutlich, in Frankreich gab die Industrieproduktion spürbar nach. Die französische Wirtschaft neigt damit weiter zur Schwäche. Die Zahlen aus Deutschland deuten darauf hin, dass sich das Wachstumstempo im zweiten Quartal spürbar verlangsamen dürfte, kommentierten Bankvolkswirte am Mittwoch.

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts haben die deutschen Industrieunternehmen im März deutlich weniger Aufträge erhalten als im Februar. Die Bestellungen gingen im Monatsvergleich um 2,8 Prozent zurück. Dies ist das stärkste Minus seit November 2012. Bankvolkswirte hatten dagegen einen Anstieg um 0,3 Prozent erwartet. Der Zuwachs im Februar wurde nachträglich leicht von ursprünglich 0,6 auf 0,9 Prozent nach oben korrigiert.

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Besonders schwach präsentierte sich die Nachfrage aus dem Ausland. Von dort kamen 4,6 Prozent weniger Aufträge, während die Inlandsbestellungen um lediglich 0,6 Prozent nachgaben. Die Neuaufträge aus der Eurozone gingen stark um 9,4 Prozent zurück.

Industrieproduktion in Frankreich fällt – entgegen den Erwartungen

Das Wirtschaftsministerium erklärte die schwachen Zahlen vor allem mit Großaufträgen, die unterdurchschnittlich ausgefallen seien. Insgesamt bleibe der Trend der Bestellungen aufwärtsgerichtet, er dürfte sich aber etwas abschwächen, heißt es in einer Mitteilung. Volkswirte der NordLB betonten, dass einzelne Monatswerte nicht überinterpretiert werden sollten. Allerdings dürfte die politische Unsicherheit wegen der Krise in der Ostukraine belastet haben.

Die Laune in den Chefetagen der Unternehmen hatte sich trotz der Ukraine-Krise nach einem Dämpfer im März zuletzt wieder verbessert – zur Überraschung vieler Volkswirte, die angesichts der sich verschärfenden Lage mit einem Dämpfer beim Ifo-Geschäftsklimaindex gerechnet hatten. Stattdessen stieg das wichtige Stimmungsbarometer wieder von 110,7 auf 111,2 Punkte. Im März war der Ifo-Geschäftsklimaindex erstmals seit Oktober von 111,3 auf 110,7 Punkte gefallen.

In Frankreich zeigen sich unterdessen immer mehr konjunkturelle Bremsspuren. Nach Zahlen des nationalen Statistikamts Insee fiel die Industrieproduktion im März um 0,7 Prozent schwächer aus als im Vormonat. Es war der stärkste Rückgang seit Mitte 2013. Ökonomen hatten dagegen mit einem Anstieg um 0,3 Prozent gerechnet. Im Februar hatten die Unternehmen zumindest noch ein Mini-Plus von 0,1 Prozent verbucht.

Konjunkturelle Frühindikatoren deuten seit Monaten darauf hin, dass Frankreich anderen Euroländern hinterherhinkt. Die neue Regierung steht deswegen unter Reformdruck. Zugleich plädiert sie dafür, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Euro mit einer gezielten Wechselkurspolitik schwächt, um die Ausfuhren zu verbilligen und anzukurbeln. In Deutschland ruft die Forderung bislang wenig Gegenliebe hervor.

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