Wegen möglicherweise klemmender Gaspedale ruft Toyota in Deutschland rund 216.000 Pkw in die Werkstätten. Von dem Rückruf seien acht Modelle betroffen, sagte ein Sprecherin am Donnerstag.
Es gehe um unterschiedliche Baujahre der Modelle Aygo, iQ, Yaris, Auris, Corolla, Verso, Avensis und RAV4. Dem Kraftfahrtbundesamt seien die Fahrgestellnummern aller betroffenen Wagen mitgeteilt worden, so dass nun alle Fahrzeughalter gezielt und zügig informiert werden könnten.
Rückruf trifft 1,8 Millionen Autos in Europa
Für Europa hatte der japanische Konzern den Rückruf von bis zu 1,8 Millionen Fahrzeugen angekündigt. Die Fahrzeuge können unbeabsichtigt beschleunigen. Branchenbeobachter fürchten, dass Toyotas Ruf als Hersteller von qualitativ hochwertigen Autos langfristig beschädigt werden könnte - mit verheerenden Folgen für Verkäufe und Umsatz.
Der weltgrößte Autobauer hatte zunächst in den USA millionenfach Wagen wegen Mängeln an den Gaspedalen zurückgerufen und vorübergehend den Verkauf von acht Modellen gestoppt, um dem Problem auf den Grund zu gehen.
Von der aktuellen Rückrufaktion abgesehen, lief das eigentliche Geschäft des Weltmarktführers im abgelaufenen dritten Quartal wieder besser. In Tokio hob der Konzern am Donnerstag trotz des Qualitätsdebakels seinen Ausblick für das Gesamtjahr 2009/2010 an. Toyotas Geschäftsjahr endet im März.
Nun werde ein operativer Verlust von umgerechnet 158 Millionen Euro (20 Milliarden Yen) erwartet, teilte der Weltmarktführer nach Börsenschluss mit. Bisher war das Unternehmen von einem operativen Verlust in Höhe von 2,77 Milliarden Euro ausgegangen.
Gestützt von staatlichen Kaufanreizen verzeichnete Toyota in den drei Monaten bis Dezember einen Betriebsgewinn von rund 1,5 Milliarden Euro. Analysten hatten ein operatives Ergebnis von 782 Millionen Euro prognostiziert.
Gaspedal-Krise dürfte 2 Milliarden Dollar kosten
Gleichzeitig rechnet das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr im Zusammenhang mit dem Qualitätsdesaster mit Kosten in Höhe von 2 Milliarden Dollar - wegen des weltweiten Massenrückrufs und dem dadurch verursachten Absatzrückgang. Dies ist in der aktuellen Prognose bereits berücksichtigt. Bisher hatte das Management die Kosten hierfür auf 1,1 Milliarden Dollar geschätzt.
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