Unternehmen Italiens Wirtschaft fällt zurück in die Rezession

Skyline der italienischen Hauptstadt, Rom.

Skyline der italienischen Hauptstadt, Rom.© MasterLu - Fotolia.com

Hiobsbotschaft für die neue italienische Regierung von Ministerpräsident Renzi, aber längst nicht nur für ihn: Unerwartet schwache Konjunkturdaten aus Rom signalisieren, dass die Krise in Europa noch nicht überwunden ist. Die Finanzmärkte reagieren nervös.

Italien fällt zurück in die Rezession. Trotz der Reformbemühungen von Regierungschef Matteo Renzi lag die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 0,2 Prozent tiefer als im ersten Vierteljahr. Das teilte das Statistikbüro Istat am Mittwoch mit. Der Rückgang folgt auf ein Minus von 0,1 Prozent im ersten Quartal. Bei zwei aufeinanderfolgenden Abschnitten mit negativen Wachstumsraten gehen Ökonomen von einer Rezession aus. Erst Ende 2013 war Wirtschaft des Landes nach einer langen Durststrecke wieder leicht gewachsen.

An den Finanzmärkten kamen die Zahlen nicht gut an. Immerhin ist Italien, das seit vielen Jahren unter extrem hohen Staatsschulden ächzt, hinter Deutschland und Frankreich die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone. Der Euro geriet weiter unter Druck und fiel auf ein Neun-Monats-Tief. Italienische Staatsanleihen, aber auch Schuldtitel Spaniens und Portugals mussten Verluste hinnehmen. Im Gegenzug stieg die Rendite, die Investoren von den Ländern für frisches Kapital verlangen.

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„Leider zeigen die heutigen Daten, dass sich die wirtschaftliche Erholung in Italien weiter verzögert“, kommentierte der Sprecher von EU-Währungskommissar Jyrki Katainen in Brüssel. Die Zahlen seien erheblich schwächer, als von der Kommission in ihrer Frühjahrsprognose vorhergesehen.

Lage ist schlechter als in Spanien

Detaildaten veröffentlichte Istat nicht, so dass die konkreten Gründe für den erneuten Wachstumseinbruch nicht klar sind. Allerdings dürfte vor allem die Industrieproduktion belastet haben. Nach neuen Zahlen vom Mittwoch stieg sie im Juni zwar moderat an. Von April bis Juni dürfte sie aber um insgesamt 0,4 Prozent zum Vorquartal geschrumpft sein, schreibt Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank in einem Kommentar. Hinzu komme die ebenfalls schwache Entwicklung des Einzelhandels. Diese „harten“ Zahlen wollen nicht so recht zu Stimmungsindikatoren passen, die in den letzten Monaten auf Wachstum schließen ließen.

Damit sieht das Bild in Italien erheblich schlechter aus als in Spanien, der viertgrößten Volkswirtschaft der Eurozone. Nach Zahlen von Ende Juli windet sich Spanien nämlich mit wachsendem Tempo aus der Rezession heraus – nach mehr als zweijähriger Talfahrt.

Volkswirt Schulz sieht vor allem hausgemachte Gründe für die italienischen Konjunkturprobleme: In der Reformgeschwindigkeit hinke das Land anderen angeschlagenen Euroländern klar hinterher, so Schulz. Auch der als reformfreudig geltende Ministerpräsident Renzi kämpfe damit, nennenswerte Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt durchzusetzen. „Das ist der Hauptunterschied zu Ländern wie Spanien und Portugal.“

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