Unternehmen Karstadt steht vor drastischem Sparprogramm

Eine Karstadt-Filiale in Magdeburg.

Eine Karstadt-Filiale in Magdeburg.© Torsten Maue/CC-BY-SA-2.0/via Wikimedia Commons

Karstadt hat wieder mal einen neuen Besitzer - und auch der will vor allem sparen und streichen. 20 Prozent der Stellen sollen abgebaut werden. Die Beschäftigten wollen indessen etwas ganz anderes.

Nach der Übernahme von Karstadt durch den Tiroler Immobilieninvestor René Benko stimmt der Aufsichtsrat die Führungskräfte nach Zeitungsinformationen auf ein „tiefgreifendes Sanierungsprogramm“ ein. Ohne dieses sei die Existenz der Warenhauskette nur noch bis März 2016 gesichert, zitierte die „Bild am Sonntag“ aus einem achtseitigen Konzept des Kontrollgremiums.

Liquide Mittel seien gegenwärtig noch ausreichend vorhanden, „wären aber ab März ohne Gegenmaßnahmen aufgebraucht“. Bei Karstadt war am Sonntag zunächst niemand für einen Kommentar erreichbar.

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In dem Konzept werden demnach die Kosten für die Sanierung Karstadts auf mindestens 209 Millionen Euro beziffert. Den 83 Filialen stünden Einschnitte bevor. Das Verkaufspersonal solle ebenso abgebaut werden wie die Zahl der Kassen.

Mehr Teilzeit-Jobs geplant

Durch mehr Teilzeit-Jobs sollten die Filialen samstags besser besetzt sein als zu Wochenbeginn. Die rund 17.000 Karstadt-Mitarbeiter müssen sich auf massive Einschnitte gefasst machen.

Das Unternehmen habe bei dem angestrebten Personalabbau einen Anteil von 20 Prozent genannt, sagte Karstadt-Gesamtbetriebsratschef Hellmut Patzelt am Montag: „Das ist die Größenordnung, auf die wir uns einstellen müssen.“ Bei den in den kommenden Tagen anstehenden Verhandlungen sei es jedoch das Ziel der Arbeitnehmervertreter, von dieser Größenordnung herunterzukommen.

Eine Abrechnung mit der Ära von Investor Nicolas Berggruen

Das Papier beinhalte eine Abrechnung mit der Ära von Investor Nicolas Berggruen: „Verfehlte Investitionen, mangelnde Marktkenntnis, laufende Strategiewechsel und hausinterne Fehlentscheidungen“ hätten den Niedergang weiter beschleunigt.

Die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ) berichtete am Samstag, dass am Freitag in Göttingen die ersten Tarifgespräche seit dem Einstieg von René Benko anstünden. Unter Berggruen hatte Karstadt eine „Tarifpause“ verkündet. Nun sagte Arno Peukes, Vertreter der Gewerkschaft Ver.di im Karstadt-Aufsichtsrat, der „WAZ“: „Unser Ziel ist, dass Karstadt schnell wieder in den Tarifvertrag zurückkehrt und eine Standort- und Beschäftigungssicherung zusagt.“

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