Unternehmen KfW: Konjunkturschwäche bremst Mittelstand

Produktionslinie im Maschinenbau

Produktionslinie im Maschinenbau© industrieblick - Fotolia.com

Der deutsche Mittelstand will wegen der schwachen Konjunktur weniger investieren. Die Umsätze wachsen langsamer, das Auslandsgeschäft schwächelt - die Zahl der Beschäftigten wächst trotzdem.

Die schwache Konjunktur bremst nach Einschätzung der Förderbank KfW den deutschen Mittelstand. Zwar konnten die Betriebe im vergangenen Jahr ihre Umsätze ausbauen, die Profitabilität steigern und auch Beschäftigung aufbauen, sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner bei der Vorlage einer repräsentativen Umfrage unter Mittelständlern. Die frühere Wachstumsstärke sei aber nicht in Sicht – auch weil der Auslandsabsatz wegen der schwachen Nachfrage aus Europa zuletzt sank.

Zudem stellten die verunsicherten Unternehmer Investitionen zurück. Von den ursprünglich geplanten Investitionen von 221 Milliarden Euro habe der Mittelstand im vergangenen Jahr 31 Milliarden Euro nicht getätigt, berichtete die KfW. Daran werde sich auch wegen des Ukraine-Konflikts in diesem Jahr nichts ändern.

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41 Milliarden Euro weniger investiert

Im Gegenteil: Aus Sorge um die Konjunkturentwicklung würden 2014 rund 41 Milliarden Euro weniger investiert als ursprünglich beabsichtigt, sagte Zeuner: „Nur bei einer nachhaltigen Verbesserung der Aussichten für Deutschland und Europa werden die Investitionen im Mittelstand deutlich anziehen.“ Darauf deute aktuell nichts hin.

Zwar konnten die mittelständischen Unternehmen ihren Umsatz im vergangenen Jahr um 1,9 Prozent erhöhen. Allerdings habe das Wachstum gegenüber dem Vorjahr um ein Fünftel abgenommen. Damit fiel die Umsatzentwicklung erstmals seit dem Krisenjahr 2009 – und damit zum zweiten Mal in den letzten zehn Jahren – hinter das nominale Wachstum der gesamten Wirtschaftsleistung (plus 2,2 Prozent) zurück.

Ein stärkeres Wachstum in diesem Jahr sei unwahrscheinlich, hieß es. Und auch mittelfristig rechnet die KfW nur mit wenig Belebung.

Gewinne blieben meist im Unternehmen

In Anbetracht des steigenden Wettbewerbsdrucks aus dem Ausland, der konjunkturellen Schwäche in vielen zentralen Absatzmärkten und der noch immer hohen Unsicherheit habe der Mittelstand 2013 insgesamt aber ein gutes Ergebnis erzielt – zumal die kleinen und mittelgroßen Betriebe 2013 mit einer Umsatzrendite von 6,7 Prozent so profitabel gewesen seien wie noch nie.

Allerdings würden die Gewinne nicht investiert, sondern blieben meist im Unternehmen. Die durchschnittliche Eigenkapitalquote im Mittelstand legte deshalb 2013 erneut zu und liegt nun bei satten 28,6 Prozent.

Trotz der nachlasssenden Dynamik bleibt der Mittelstand Deutschlands Jobmotor. Während in Großunternehmen und im öffentlichen Sektor rund 226.000 Arbeitskräfte weniger beschäftigt waren als 2012, stieg die Zahl der Beschäftigten in kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU) um rund 522.000 auf 28,6 Millionen Menschen, heißt es in der Studie: „Nach einer leichten Schwächephase im Vorjahr haben die KMU folglich den gesamtwirtschaftlichen Zuwachs im Jahr 2013 von 296.000 Arbeitskräften vollständig getragen.“

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