Unternehmen Kreativwettbewerb: Der Unterschied zwischen Managern und Unternehmern

"Viele Manager halten große Vorträge darüber, wie man eine Firma führt, stehen aber selbst nicht wirklich im Risiko", sagt Daniel Quade von der Agentur "von morgen". Im Kurzinterview erfahren Sie, welche Plakate die Kölner beim Kreativwettbewerb "Familienunternehmen" eingereicht haben - und welches Konzept dahinter steckt.

Das Team (v.l.n.r.): Alexandra Bendels (Art Direction), Jessica Hoppe (Text), Britta Gallinat (Creative Direction Art) und  Daniel Quade (Creative Direction Text)

Das Team (v.l.n.r.): Alexandra Bendels (Art Direction), Jessica Hoppe (Text), Britta Gallinat (Creative Direction Art) und Daniel Quade (Creative Direction Text)

 

Herr Quade, „Konzerne haben Mütter und Töchter…“ – was steckt hinter Ihrem Plakat?

Das Plakat ist ein erster Schritt, mit dem wir den Unterschied zwischen herkömmlichen Unternehmen und Familienunternehmen etablieren wollen. Wir haben das Klischee der großen Ölschinken im Flur etwas lockerer interpretiert und mit dem Gedanken verknüpft, dass Familienunternehmen ein riesiger Teil der Wirtschaft sind, von dem kaum jemand weiß – eben „die bessere Hälfte“. Zudem zeigt es, dass Familienunternehmer sich selbst als Verwalter des Unternehmens für die nächsten Generationen sehen.

In der Ahnengalerie sieht man nur Männer…

Das schließt auf keinen Fall Mütter und Töchter aus (lacht). Der Text kapriziert sich auf Väter und Söhne und die Optik musste zum Wortspiel passen. Aber grundsätzlich gilt das natürlich nicht.

Was sagen uns die beiden anderen Motive?

Der Grundgedanke ist bei allen Plakaten gleich: Viele Unternehmer ärgert es, dass es Manager gibt, die sich wie Unternehmer aufführen, aber eigentlich keine sind. Viele Manager halten große Vorträge darüber, wie man eine Firma führt, stehen aber selbst nicht wirklich im Risiko. Auf diesem Gefühl basiert unser Ansatz: die Unterscheidung zwischen Managern und Unternehmern.

Aus diesem Ansatz heraus ist auch das Babymotiv entstanden: „Zum Manager wird man nicht geboren“. Die Nachfolge in einem Familienunternehmen ist eine Aufgabe, der man sich relativ früh bewusst wird. Ihr stellt man sich ganz anders, als jemand, der sich entscheidet, BWL zu studieren und Manager zu werden. Klar haben wir darüber diskutiert, ob der Ansatz „Nachfolge qua Geburt“ zu elitär wirkt – aber wir wollten das Gefühl möglichst plakativ beschreiben.


Die Plakate der Agentur „von morgen“


Und das dritte Plakat…

Was uns im Wirtschaftsleben häufiger begegnet, ist diese Kurzfristigkeit, die immer schlimmer geworden ist: Die Konzentration darauf, dass der nächste Quartalsbericht stimmt, auch wenn das Quartal danach in Mitleidenschaft gezogen wird. Das ist für uns der bedeutsamste Unterschied zwischen Konzernen und Familienunternehmen: der langfristige Fokus. Im dritten Plakat ist er etwas zugespitzt dargestellt.

Warum fliegen Familienunternehmen in der Öffentlichkeit eher unter dem Radar?

Viele Firmen hängen es in der Öffentlichkeit gar nicht so hoch, dass sie Familienunternehmen sind. Deshalb denkt man bei Familienunternehmen oftmals nur an winzige Betriebe.

Ein paar Worte zu Ihrer Agentur…

Von morgen gibt es seit 2010. Den Namen hat die Agentur, weil wir glauben, dass Werbung anders werden muss, um eine Zukunft zu haben. Ein Schlüssel zu diesem „anders“ ist die Überzeugung, dass jede gute Strategie letztlich eine einzige klare Idee ist. Damit die ohne Reibungsverluste entwickelt werden kann, kommunizieren unsere Kunden beispielsweise ohne Zwischenebenen direkt mit den Kreativen. Wir haben keinen Branchenfokus und eine sehr bunte Mischung an Kunden – vom Solarparkspezialisten über den Reiseveranstalter bis zum Verkehrsverbund.

Wo möchten Sie Ihr Plakat hängen sehen?

Für uns ist der Entwurf mehr ein erster Aufschlag für eine PR-Kampagne als ein reines Plakat. Zum Thema „die bessere Hälfte der Wirtschaft“ kann man noch eine ganze Menge sagen – auf allen Kanälen. Wir könnten uns zum Beispiel gut ein Wörterbuch „Manager – Unternehmer“ vorstellen.

 

Sie sind innovativ, bilden aus und prägen ihre Region: Familienunternehmen. Doch in der öffentlichen Wahrnehmung spielen sie bislang nur eine untergeordnete Rolle, auch als attraktive Arbeitgeber stehen sie nur selten im Mittelpunkt.

Das Hamburger Institut für Familienunternehmen, impulse und die Beratung Francis Drake Agenturnavigator wollen mit einem Kreativwettbewerb den Fokus neu justieren. 27 Agenturen haben Plakatvorschläge eingereicht. Eine Jury aus Wissenschaft und Praxis entscheidet über die besten Motive, die in impulse abgedruckt werden.

Auch Ihre Meinung ist gefragt: impulse kürt zusätzlich einen Publikumspreis aus. Auf der Website stellen wir jeden Tag ein Plakat vor. Ab dem 20. Oktober können Sie dann hier für Ihren Favoriten stimmen.

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