Unternehmen Kreativwettbewerb: „Familienunternehmen investieren mit Weitsicht“

"Die Familie macht den Unterschied", ist Paul Arnhold, Inhaber von Arnholdsart, überzeugt. Im Kurzinterview erfahren Sie, welche Plakate die Agentur beim Kreativwettbewerb "Familienunternehmen" eingereicht hat - und welches Konzept dahinter steckt.

Das Team von Arnholdsart: (v.l.) Paul Arnhold (Kreation), Paulina Arnhold (Muse), Susanne Arnhold (Kreation) und Xaver Arnhold (Projektmanagement). © Arnholdsart

Das Team von Arnholdsart: (v.l.) Paul Arnhold (Kreation), Paulina Arnhold (Muse), Susanne Arnhold (Kreation) und Xaver Arnhold (Projektmanagement). © Arnholdsart

Herr Arnhold, „Nachhaltig weitsichtig“ – was steckt dahinter?

Deutsche Familienunternehmen sind überraschend anders als weitgehend angenommen wird. Sie sind weitsichtig und agieren nachhaltig. Das unterscheidet sie wesentlich von Konzernen. Wir haben unseren Claim im Plakat in drei Wörter fragmentiert: „Deutsche“, „Familien“ und „Unternehmen“. Jeder dieser Begriffe setzt ganz eigene Assoziationen frei. Es ist wie ein chemischer Prozess, der durch die Kernbotschaft „Nachhaltig weitsichtig“ aufgelöst wird. Diese Weitsichtigkeit macht die Familienunternehmen aus.

Und das zweite Plakat?

Der weit geöffnete Mund ist eine starke emotionale Aufnahme, genau wie die Augen beim ersten Plakat. Die Close-ups aus dem Gesicht sollen verdeutlichen, dass die Familienunternehmen näher am Geschehen sind. Sie sind schnell, flexibel, direkt und ihre besondere Stärke ist die Persönlichkeit. „Überraschend attraktiv“ sind sie deshalb zum Beispiel als Arbeitgeber und Partner. Insgesamt soll die Kampagne plakativ sein und vor allem Aufmerksamkeit erregen. Deswegen sind die Inhalte auf das Allernotwendigste reduziert und es gibt ein klares Branding mit den deutschen Nationalfarben. Ein zweiter Schritt wäre die Weiterleitung auf eine Homepage, die mehr Informationen zu den Familienunternehmen bietet. Passend dazu haben wir auch ein Logo für die deutschen Familienunternehmen „dFu“ entwickelt. Das „F“ ist großgeschrieben, weil es die Familie ist, die den Unterschied macht.

Wo sehen Sie die Unterschiede zwischen Konzernen und mittelständisch geprägten Familienbetrieben?

Wir zählen selbst einige Familienunternehmen zu unseren Kunden und schätzen die klare und direkte Kommunikation. Auch die schnelle Handlungsbereitschaft und der persönliche Austausch in den Geschäftsbeziehungen zeichnen sie aus. Besonders schätze ich ihre Nachhaltigkeit in Bezug auf Konzepte und Strategien. Auch wenn sie nicht sofort Erfolg haben, sondern erst langfristig, werden diese Ideen weiterverfolgt und umgesetzt. Bei Konzernen sind die Prozesse komplizierter und es ist mehr Politik im Spiel.


Die Plakate von ARNHOLDSART


Warum sind Ihrer Meinung nach Familienunternehmen so wenig in der Öffentlichkeit präsent?

Ich denke, dass sie ihr Budget vor allem in die Produktwerbung investieren und nicht in Werbung über ihr Unternehmen. Zudem sind viele Familienunternehmen auf ihrem regionalen Markt sehr bekannt. Warum sollte ein süddeutscher Betrieb in Norddeutschland Werbung schalten? Bei Konzernen ist der Werbedruck sehr viel höher und es wird mehr in die Positionierung des Unternehmens investiert. Bei Familienunternehmen sind die Marketingmittel hingegen begrenzter. Deswegen finde ich eine deutschlandweite Kampagne für deren Image sehr sinnvoll.

Ein paar Worte zu Ihrer Agentur …

Wir sind ein inhabergeführtes Familienunternehmen. Meine Frau und unser Sohn arbeiten mit mir und einigen freien Mitarbeitern zusammen. Seit 2004 sind wir auf Branding und Design spezialisiert, nachdem wir viele Jahre als Full-Service-Agentur tätig waren. Neben dem Hauptsitz in München haben wir ein kleines Büro auf der kanarischen Insel La Palma. Dort sind auch die Entwürfe für die Familienunternehmen entstanden.

Wo sollen die Plakate hängen?

Am besten an Orten, an denen so viele Menschen wie möglich vorbeikommen: an Bahnhöfen, Flughäfen und öffentlichen Plätzen.

Sie sind innovativ, bilden aus und prägen ihre Region: Familienunternehmen. Doch in der öffentlichen Wahrnehmung spielen sie bislang nur eine untergeordnete Rolle, auch als attraktive Arbeitgeber stehen sie nur selten im Mittelpunkt.

Das Hamburger Institut für Familienunternehmen, impulse und die Beratung Francis Drake Agenturnavigator wollen mit einem Kreativwettbewerb den Fokus neu justieren. 27 Agenturen haben Plakatvorschläge eingereicht. Eine Jury aus Wissenschaft und Praxis entscheidet über die besten Motive, die in impulse abgedruckt werden.

Auch Ihre Meinung ist gefragt: impulse lobt zusätzlich einen Publikumspreis aus. Auf der Website stellen wir jeden Tag ein Plakat vor. Ab dem 20. Oktober können Sie dann hier für Ihren Favoriten stimmen.

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